Anklage gegen NPD-Chef Voigt wegen “WM-Planer”

Auch die rechtsextreme NPD wollte von dem Hype um die WM 2006 profitieren – und bot einen rassistischen WM-Planer an. „Weiß – mehr als eine Trikotfarbe“ texteten die Rechtsextremisten – und zielten damit auf schwarze Nationalspieler ab, die nach völkischer Denkart in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen haben. Damit sprang die Partei auf eine Kampagne gegen den Nationalspieler des FC Schalke 04, Gerald Asamoah, auf, die bereits von anderen Neonazis betrieben worden war. Das Motto der Rassisten vom „Schutzbund Deutschland“ auf einem Plakat mit einer Abbildung von Asamoah lautete: „Nein Gerald, Du bist nicht Deutschland – Du bist BRD!?“. Nach der Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch wechselnde Karikaturen von ihm ersetzt.

Der damals bei Werder Bremen spielende und in Hamburg geborene Owomoyela erwirkte im April 2006 eine einstweilige Verfügung gegen das NPD-Papier, die Polizei beschlagnahmte 70.000 Exemplare. Owomoyela und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellten außerdem Strafanzeige. Die NPD brachte trotzdem eine zweite Variante des WM-Planers heraus, in der nach Ansicht der Ermittler ebenfalls gegen dunkelhäutige Nationalspieler gehetzt werde.

Nun muss NPD-Chef Udo Voigt sowie zwei weitere hochrangige Funktionäre wegen Volksverhetzung vor Gericht. Nach neun Monaten ist in Berlin eine Anklage gegen den NPD-Vorsitzenden Udo Voigt und zwei weitere Funktionäre der rechtsextremen Partei wegen Volksverhetzung und Beleidigung zugelassen worden. Der Termin für den Prozess stehe aber noch nicht fest, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Die Staatsanwaltschaft hatte im März 2008 Anklage erhoben. Voigt und seine Mitangeklagten müssen sich vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten verantworten.

Siehe auch: WM-Planer: Anklage gegen NPD-Chef erhoben, WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?,