NPD und Pro NRW? Abfuhr für Molaus Strategie als Parteichef

Andreas Molau möchte Chef der rechtsextremen NPD werden. Und er möchte die NPD aus ihrer strategischen Sackgasse führen: Für Wahlerfolge im Westen und somit eine langfristige Perspektive für den Einzug in den Bundestag benötigt die NPD dringend Verbündete, deren Name noch nicht durch Skandale und die Kooperation mit militanten Neonazis vollkommen verbrannt ist. Nicht umsonst treten NPD-Listen im Westen unter Namen wie „Bürgerinitiative für Ausländerstopp“ oder ähnlich an. Daher kündigte Molau auch bereits mehrfach an, er wolle einen strikt neurechten Kurs fahren, um nationalkonservative Wähler zu gewinnen, wer diesen Kurs nicht mittragen wolle, der könne gehen, so Molau weiter. Diese Ankündigung sorgte bereits für wilde Debatten – vor allem im neonazistischen Spektrum. Auch die bekannten „Vorwürfe“ gegen Molau, er sei jüdischer Abstammung, wurden bereits in Neonazi-Foren strapaziert.

Dies könnte Molau egal sein, denn diese Debatte zeigt, dass die NS-Rassentheoretiker nicht aus ihrem Sektierertum herauskommen wollen, während Molau offenbar ehrgeizigere Ziele hat. Doch zu einem Pakt gehören immer mindestens zwei – und Pro Köln hat eigentlich wenig Veranlassung, sich den Klotz NPD mit all den erschwerenden internen Problemen – Skandale, militante Neonazis, Machtkämpfe – ans Bein zu binden. Daher überrascht es auch wenig, dass Pro-NRW-Chef Markus Beisicht in der neurechten Jungen Freiheit, für die Molau einst schrieb, eine Beteiligung am sogenannten „Deutschlandpakt“ zwischen NPD und DVU strikt ablehnt. Entsprechende Pläne von Molau bezeichnete Beisicht demnach als „irrationale Wunschvorstellung“. Er empfahl Molau, sich auf seine Rolle als „Insolvenzverwalter der völlig abgewirtschafteten und von diversen staatlichen Geheimdiensten infiltrierten NPD“ zu konzentrieren. Seitens Pro NRW werde es keine Zusammenarbeit geben. Die nordrhein-westfälische NPD beispielsweise habe sich zu einem „antisemitischen Sammelbecken von Neonazis“ und „autonomen Nationalisten“ entwickelt, so Beisicht weiter. Molau möge im „politischen Narrensaum“ untergehen.

Siehe auch: Europäische Rechtsparteien planen Bündnis – ohne NPD und DVU, Ist die NPD erledigt?, Was bleibt vom Medienhype um (pro) Köln?, NPD in NRW startet aggressive rassistische Kampagne.