Querfront-Träume: NPD bietet Elsässer Zusammenarbeit an

Die NPD Berlin hat dem Autoren Jürgen Elsässer vom „Neuen Deutschland“ eine Zusammenarbeit angeboten. Inhaltlich verwundert dies wenig, fabuliert Elsässer doch schon seit längerem über den „Angriff der Heuschrecken“ sowie die „Zerstörung der Nation“. Die neurechte Junge Freiheit schrieb über Elsässer:

Angesichts der auch in seinem Buch (JF 15/07) genannten Gefahren warb der linksnationale Elsässer bei den Altkonservativen für ein Bündnis von “Lafontaine bis Gauweiler” – das sei wichtiger als Gender Mainstreaming und der Einsatz für die “Transsexuellen in der Mongolei”. […] Nur die Linke und Teile der CSU (”Habe gewisse Sympathien für Stoiber”) verteidigten den “rheinischen Kapitalismus” noch. Ähnliches gelte für die immer stärker US-hörige deutsche Außenpolitik.

Nun hat Elsässer auch noch angekündigt, eine „Volksinitiative gegen Finanzkapital“ zu gründen, auf welche sich das Angebot der NPD bezieht. Die Völkischen schreiben, Elsässer übernehme „originäre NPD-Positionen“.  Die NPD feiert Sätze wie diese von Elsässer auf ihrer Homepage: „Hauptaufgabe der Volksfront ist die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors und die Abdrängung der anglo-amerikanischen Finanzaristokratie aus Europa, in der Perspektive ein eurasisches Bündnis.“

Endlich richtig Querfront spielen. Die NPD meint weiter zu Elsässer, dieser zeige „exemplarisch, daß die Rechts-Links-Klischees der Vergangenheit angehören und nur noch von Dogmaten oder zur Machtabsicherung der etablierten Versagen benutzt werden. Der globalistische Imperialismus ist der Feind der Freiheit und der Entfaltungskraft der Menschen wie der Völker.“

Auch die Junge Freiheit berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Pläne von Elsässer. Auf der selben Seite steht eine Umfrage: „DDR-Geschichte: Sollte die Leugnung kommunistischer Verbrechen bestraft werden?“ Während nämlich NPD und Neue Rechte sonst bei jeder Gelegenheit „Haltet den Stasi-Spitzel!“ schreien, wenn auch nur der Name „Neues Deutschland“ erwähnt wird, scheint dies bei Elsässer kein Problem zu sein. Für eine Bewegung, die sich stets als moralisch überlegen darstellt, schon eine bemerkenswerte Tatsache.

Siehe auch: Finanzkrise als Nährboden für AntisemitismusAntisemitismus: Yes, they can! , Querfront: Vermeintliche Linke auf Abwegen , “Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist, sondern, dass er existiert” , Deutschland, Iran und die Linkspartei, Neonazis und soziale Themen: Ist das neu?, Antisemitische Hetze im NPD-Netztagebuch09/11, ZOG und “Judenpresse”: Wie baue ich eine Verschwörungstheorie?