NPD-Machtkampf: Molau betont erneut Distanz zu militanten Neonazis

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen ist der Herausforderer von NPD-Chef Udo Voigt, Andreas Molau, erneut auf Distanz zu gewaltbereiten Neonazis gegangen. Es gebe „Kameradschaften, denen geht es nicht um Politik, sondern nur um Randale“, sagte der Sprecher der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag laut Welt-Online der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wem ein gewaltfreier Kurs zu liberal ist, der soll draußen bleiben.“Der 40 Jahre alte Molau will auf einem NPD-Sonderparteitag Ende März gegen den langjährigen Vorsitzenden Voigt antreten. Der Führungswechsel solle dazu beitragen, die Partei aus „einer der schwersten Krisen“ herauszuführen, so Molau.

Er war nach eigenen Angaben wegen des Finanzskandals um den früheren NPD-Schatzmeister Erwin Kemna im Herbst aus dem Bundesvorstand ausgetreten. Kemna war zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, nachdem er zugegeben hatte, 700.000 Euro Parteigeld veruntreut zu haben. Der Partei drohen zudem hohe Strafzahlungen.

Aus der militanten Kameradschaftszene erhebt sich Widerstand gegen Molaus Kandidatur: Ihm fehle „das Kämpferische“, heißt es. Mehr Zuspruch erhält in den Foren der Schweriner NPD-Fraktionschef Udo Pastörs, der Ende 2008 selbst noch Ambitionen auf den Parteivorsitz äußerte. Auch Jürgen Rieger gilt als Vertreter des Neonazi-Flügels, doch deutete er an, sich bei einem Wahlsieg Molaus zurückziehen zu wollen. Molau hatte Riegers Wahl zum Bundesvize der NPD als politische Katastreophe bezeichnet.

Siehe auch: Ist die NPD erledigt?, Frey zieht sich zurück: DVU bald unter neuer Führung, Die rechtsextreme Bewegung ist nicht auf die NPD zu reduzieren, Wer übernimmt die Vogtei von Berlin-Köpenick?, Die NPD zwischen Pragmatismus und Propaganda, Erledigt sich die NPD selbst?, “Autonome Nationalisten”: Neues Outfit, alter Hass