Rassisten-Opfer von Pömmelte gestorben

Der Jugendliche, der am 09. Januar 2006 in der Gemeinde Pömmelte im Salzlandkreis von Rassisten brutal misshandelt worden war, ist nicht mehr am Leben. Der Anwalt der Mutter hat laut einem Bericht von Mut gegen rechte Gewalt bestätigt, der Junge sei in einem Urlaub in Thüringen plötzlich zusammengebrochen und gestorben. Die Todesursache sei unklar. Spätfolgen seiner Misshandlung seien nicht auszuschließen, heißt es.

Die Mutter wolle nun klären lassen, ob der 15-Jährige an Spätfolgen des Überfalls starb. Vier oder fünf Neonazis hatten den dunkelhäutigen Jungen vor drei Jahren nahe einer Bushaltestelle zusammengeschlagen und schwer misshandelt. Dabei folterten die Täter den Jungen, dessen Vater Äthiopier ist, mehr als eine Stunde lang mit Tritten, Schlägen und Zigaretten, urinierten auf seinen Kopf und zwangen ihn, Stiefel zu lecken.

Ende Dezember 2008 hatte Kevin an einer Winterfreizeit im thüringischen Tambach-Dietharz (Kreis Gotha) teilgenommen, in deren Verlauf er starb. Laut seinem Anwalt klagte Kevin am 28.12. abends über Schwindel. Als die Betreuerinnen später nachsahen, lag er bewusstlos auf seinem Bett, schreibt Mgrg. Ein ärztlicher Wiederbelebungsversuch sei fehlgeschlagen. Die Leiche wurde anschließend in der Gerichtsmedizin Jena untersucht, aber die gernaue Todesursache sei immer noch unklar. Mit einem verlässlichen Befund werde erst in ungefähr vier Wochen gerechnet.

Siehe auch: Sachsen-Anhalt: “Enormes Risiko für Ausländer”, Heye: Kultur des Wegschauens in Ostdeutschland, Sachsen-Anhalt: Rechtsextremismus subkulturell geprägt, Hohe Zahl rechter Gewalttaten in Ostdeutschland