Molau will NPD für nationalkonservative Kreise öffnen

Nach der Verkündung der Kandidatur von Andreas Molau für den Parteivorsitz steuert die NPD auf eine Richtungswahl zu. Molau schrieb in einer Erklärung, er „stehe für einen modernen europäischen Nationalismus im Sinne Henning Eichbergs und Alain des Benoists“ (die als Vordenker der Neuen Rechten und des Ethnopluralismus gelten). Molau wolle „in den nächsten Wochen und Monaten für diesen Weg in der NPD und im weiteren nationalen und konservativen Bereich werben“.

Beim modernen Rechtsextremismus wird nicht eindeutig rassistisch argumentiert. Statt dessen beziehen sich die Rechtsextremisten auf die „Eigenarten der Völker“. Dieses Konzept wird Ethnopluralismus genannt und ist im Programm der NPD stark vertreten. Statt der Höherwertigkeit der eigenen Nation betont dieses Konzept meist eine Höherwertigkeit der eigenen Kultur und leitet daraus einen Anspruch auf Vorherrschaft der europäischen Völker ab.

Tritt Rieger gegen Molau an?

Damit dürfte zu erwarten sein, dass sich auch noch Jürgen Rieger um das Amt des Bundesvorsitzenden bewirbt, denn diese Neuausrichtung der NPD dürfte bei dem aktionistisch orientieren Flügel der Partei auf viel Widerstand stoßen. So tobt bereits seit Monaten ein Richtungsstreit in der rechtsextremen Partei zwischen dem neonazistischen und dem eher bürgerlich orientierten Flügel, Parteiaustritte unter anderem in Bayern und Sachsen waren die Folge.

In Neonazi-Foren wird daher auch schon mächtig gegen Molau getrommelt, hier wird der Kurs der NPD sogar unter Udo Voigt als noch zu lasch beschrieben. Doch Molau hat wahrscheinlich erkannt, dass sich die NPD in einer strategischen Sackgasse befindet. Die Integration von militanten Neonazis hat es der Partei erlaubt, eine parlamentarische Basis aufzubauen – doch nun kommt man mit dieser Klientel nicht mehr weiter. Doch für weitere Wahlerfolge – besonders im Westen – benötigt die NPD Stimmen aus dem nationalkonservativen Spektrum.

Voigt wohl ohne Chance

Molau versucht zudem, den Umgang mit Noch-Parteichef Udo Voigt zu rechtfertigen:

Bei meiner Kandidatur geht es mir nicht darum, den amtierenden Parteivorsitzenden Udo Voigt zu “stürzen”, wie es die Medien darstellen. In einer Personalentscheidung haben die Delegierten der NPD eine souveräne Entscheidungsmöglichkeit zwischen Kandidaten. Nicht nur das unterscheidet uns von den Systemparteien, bei denen amtierende Vorsitzende durch den Hintereingang über die Heide gejagt werden.  

Molau hatte seine Kandidatur mit den Parteifunktionären Udo Pastörs, Holger Apfel und Peter Marx abgesprochen. Parteichef Voigt wurde nicht ins Vertrauen gezogen. Damit bricht Voigt mit einem Schlag seine gesamte Basis weg, die mächtigen Fraktionen stehen gegen ihn. Während Pastörs schon länger auf Distanz zu Voigt gegangen war und auch Generalsekretär Marx sich unlängst mit dem Chef überwarf, vermuten Beobachter bei den Differenzen zwischen Voigt und Apfel persönliche Gründe. Apfel galt lange Jahre als Kronprinz von Voigt, doch offenbar war es zu einem heftigen Streit zwischen den beiden gekommen.

Der Bundesparteitag könnte somit eine Neuausrichtung und eine Zerreißprobe für die NPD bringen, denn ob Molau die Partei für nationalkonservative Kreise öffnen kann, während er gleichzeitig mit militanten Neonazis paktiert, erscheint äußerst unwahrscheinlich.

Siehe auch: NPD-Bundesvorsitz: Molau bestätigt Kandidatur gegen Parteichef Voigt , NPD-Vorsitz: Apfel und Pastörs werfen Molaus Hut in den Ring, “Sozial geht nur national”? NPD und DVU im Westen ohne Chance, Never mind the Ausschüsse – here comes the “Schwatzbude” NPD!, NPD-Bundesvorsitz: “Rohrkrepierer” bei Focus-Online, Stellungnahmen zur Kemna-Affäre: Die Leidensgeschichte der NPD (Nachtrag: Voigt in der SZ), Kemna-Skandal: Voigt gerät weiter in die Schusslinie, Kemna-Skandal: Razzia beim Deutsche-Stimme-Verlag, Der Spiegel: Weitere Verstöße der NPD gegen das Parteiengesetz?, Intrige? “System” schützt NPD vor eigenem Finanzchaos

13 thoughts on “Molau will NPD für nationalkonservative Kreise öffnen

  1. Steintor, ich versuche mich mal in der Beantwortung Ihrer Fragen, die ja nun leider unter einem völlig flaschen Artikel platziert sind. So viel zum Thema Sachlichkeit und Differenziertheit.

    1. Was Sie als Meinungsdelikt bezeichnen sind Straftaten nach dem deutschen Gesetz. Gegenfragen: Weshalb möchten Sie diese ausklammern? Weshalb meinen Sie, dass man rechte Gewalt mit nichtdeutscher Gewalt vergleichen müsse?

    2. Sie dürfen mitdiskutieren. Wenn Sie diesen Blog lesen würden, wüssten Sie, dass sich die Autoren äußerst sachlich verhalten und ehrlich sind. Auch würden Sie wissen, dass dieser Blog der Demokratie dient und durchaus weiß das Thema Rechtsextremismus und Rechtsradikalität differenziert zu betrachten.

    3. Was Sie in Ihrer Frage unterstellen ist absolut falsch. Sind Ihre Kommentare veröffentlicht worden oder nicht? Sie dürfen anscheinend mitdiskutieren. Hätte ihnen auch nach der Veröffentlichung Ihres ersten Kommentars selber auffallen können.

    4. Aktuell frage ich mich, ob Sie wirklich eine Diskussion unter den von Ihnen genannten Kreterien suchen. Eher habe ich das Gefühl, sie stellen hier etwars dar, was man im allgeimeinen im Internet als einen Troll bezeichnet.

    Also.. schreiben Sie Ihre Meinung zum obigen Kommentar, suchen Sie sich den passenden Artikel zu einem bestimmten Thema über das Sie sich äußern wollen und schreiben dort ebenso einen Kommentar — beides nach Möglichkeit unter dem Aspekt der Konstruktivität — oder lassen Sie es einfach bleiben. Vorrausgesetzt Sie haben vor sich an Ihre eigenen Maßstäbe zu halten, was Sie bedauerlicherweise bisher nicht taten.

  2. Steintor, wor Sie so wundervolle „Beispiele“ nannten:
    Wo in der Welt hat dieser demokratische Staat BRD Kriege angezettelt?
    Welche Verbrecher hat man zu Staatsführern gemacht?
    Und wie können denn Banken die Bürger verschulden? Jeder Menschen verschuldet sich immer noch selbst, oder hat Ihnen eine Bank etwa Schulden zugeteilt: „Liebes Steintor, die Bank XY gibt Ihnen mit diesem Schreiben bekannt, dass Sie von heute an über 36721,65 € Schulden verfügen.“ Meinten Sie so?

    Ihre überaus dummen Behauptungen sind so inhaltsleer und allgemein, wie man es von Ihresgleichen gewohnt ist.

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