Nach Anschlag auf Polizeichef: Erste Festnahmen

Am 15. Dezember 2008 sind laut Medienberichten im Fall des Mordanschlags auf den Passauer Polizeichef zwei Verdächtige festgenommen worden. Wie ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen in Regensburg mitteilte, seien die beiden Personen im Raum Passau gefasst worden. Auf sie treffe die Täterbeschreibung zu, die der Polizeichef nach dem Angriff abgegeben habe, hieß es.

Die Ermittler gingen davon aus, dass der Täter der regionalen rechtsextremistischen Szene angehöre, sie sei im Raum Passau schon seit Jahren fest verankert. Möglicherweise hatte der Täter sogar einen Komplizen, der auf ihn im Fluchtwagen wartete.

Zitat auf Volkstrauertag bezogen?

Die Antifaschistische Aktion Passau erklärte in einer Pressemitteilung, man sei „zutiefst erschüttert über den brutalen Mordversuch an Alois Mannichl“. Diese Attacke stelle die jüngste Eskalation in einer Reihe neonazistischer Gewalt in der Region Passau dar. Bemerkenswert sei in diesem Kontext die Aussage des Täters „Du linkes Bullenschwein, du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum!“ Dieses Zitat beziehe sich nach Meinung der Antifa Passau nicht, wie von der Polizei gemutmaßt wird, auf das Begräbnis des Altnazis Friedhelm Busse, sondern auf einen Vorfall vom 16. November 2008, dem Volkstrauertag, an dem sich Passauer NPD Mitglieder an einer städtischen Gedenkveranstaltung beteiligten, wobei Sie sich von Alois Mannichl „belästigt“ fühlten.

In einer Pressemitteilung der NPD-Passau vom 17. November 2008 heißt es dazu: „Sichtlich verärgert stellte sich nun Mannichl auf eine Grabplatte gefallener Soldaten und trampelt mit seinen Schuhen auf einem Gedenkgesteck herum.“ Dabei falle auf, dass der betreffende Satz jetzt auf der NPD Homepage nachträglich gelöscht wurde.

Siehe auch: Passauer Polizeichef offenbar von Neonazi niedergestochen