Passauer Polizeichef offenbar von Neonazi niedergestochen

Die Messerattacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat offenbar einen rechtsextremen Hintergrund. Die Drohungen, die der Täter gegen den 52-Jährigen äußerte, bevor er ihn niederstach, ließen „auf eine politische Motivlage aus dem rechten Spektrum schließen“, teilte die Polizei nach einem Bericht des BR mit.

Der Mann hatte den Passauer Polizeichef Mannichl am frühen Abend des 13. Dezember 2008 an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell bei Passau attackiert. Der Täter, der laut Polizei eine Glatze oder sehr kurz geschnittene Haare hat, läutete an der Tür. Als Mannichl öffnete, wurde er von dem Unbekannten zunächst verbal bedroht und dann mit einem Messer niedergestochen. Der schwer verletzte 52-Jährige wurde sofort in ein Passauer Krankenhaus gebracht und operiert. Das Messer ließ der Unbekannte am Tatort zurück, es wird derzeit noch auf Spuren untersucht.

Die NPD-Passau am 04. November 2008 über Alois Mannichl

Passauer Polizei überfordert?Während die Passauer Polizei unter der Leitung von Alois Mannichl damit beschäftigt ist, die Gastronomie in und um Passau mit teils mehrstündigen „Aufklärungsgesprächen“ über die Gefahren der NPD zu unterrichten, eskaliert die Gewalt in Passaus Neuer Mitte.Suff, Drogen, Gewalt.
Unter dieser Überschrift berichtete „Am Sonntag“ (www.am-sonntag.de)über den Terror rund um den KVV-Turm der Neuen Mitte. Es spielen sich Szenen ab, die an den berüchtigten Berliner Bahnhof Zoo erinnern. Eine private 70.000 Euro teure Security Einheit wurde nun verpflichtet um mit angsteinflössendem Auftreten gegen Jugendbanden und Kleinkriminellen vorzugehen. Es fragt sich nur wer letztendlich die Kosten für diese Einsätze bezahlen muss. Der Dumme wird wohl wieder einmal der Verbraucher sein.
Bei einem dieser sogenannten Aufklärungsgespräche der Kriminalpolizei Passau konnte der Kreisvorsitzende der NPD-Passau anwesend sein. Mit dem Vorwand, dass linke Demonstranten und die autonome Antifa u.a. auch Brandsätze werfen und Bomben legen könnten, wurde dem Wirt nahegelegt, doch besser die NPD nicht mehr ins Lokal zu lassen. Wenn doch, muss unter Umständen damit gerechnet werden, dass eine Hundertschaft bewaffneter Einsatzkräfte vor dem Lokal ihren Dienst tun. Was das für Auswirkungen auf so ein Lokal habe, kann man sich denken.Staatsbeamte werden eingesetzt um die aufstrebende nationale Opposition von ihren gesetzlichen Pflichten abzuhalten und andererseits kann die Passauer Innenstadt nur noch mit privaten Security-Einheiten betreten werden. Wir die NPD-Passau fordern, dass die mit Steuergeldern finanzierte Polizeidirektion Passau sich umgehend für die Sicherheit der Bürger von Passau einsetzt, anstatt hochqualifizierte Beamte für fragwürdige „Aufklärungsgespräche“ zu missbrauchen.Hier eine weitere „Erklärung“ der NPD-Passau zu dem Polizisten vom 19. November 2008

Und am 14. Dezember 2008:

Am späten Samstag Nachmittag wurde auf den Passauer Polizeidirektor Mannichl ein feiger Mordanschlag verübt.

Laut Medienberichten wird ein rechtsradikaler Hintergrund vermutet.
Der NPD-Kreisverband verurteilt diese feige Tat aufs Schärfste und wird den Ermittlungsbehörden behilflich sein, den Täter ausfindig zu machen.

Eine 20-köpfige Sonderkommission wurde dem Bericht zufolge eingerichtet. Die Fahndung laufe auf Hochtouren, hieß es. Der Täter soll etwa 1,90 Meter groß und von kräftiger Statur sein. Zudem hat er einen Leberfleck oder eine Tätowierung und spricht bayerischen Dialekt eventuell mit österreichischer Einfärbung.

Den rechtsextremen Hintergrund der Tat bestätigte demnach der bayerische Innenminister Joachim Hermann bei einer Pressekonferenz. Herrmann sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt“, sollte es zutreffen, dass ein Polizeibeamter bis in den privaten Bereich hinein verfolgt werde. Gegenüber seinem Opfer hat der Täter nach Polizeiangaben gesagt: „Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer toten Kameraden herum.“ Die Ermittler vermuten darin einen Zusammenhang mit der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse in Passau im Juli.

Rechtsextreme hatten nach der Beisetzung randaliert und mehrere Menschen angegriffen. Weil bei der Beerdigung von einem NPD-Funktionär eine Hakenkreuzflagge in das Grab geworfen wurde – übrigens unter den Augen von NPD-Chef Udo Voigt, der sich nachdem die Geschichte öffentlich Kreise gezogen hatte, wieder von der Aktion distanzierte – hatten die Ermittler später das Grab öffnen und die Fahne entfernen lassen. Polizeichef Mannichl war in den vergangenen Monaten mehrfach gegen Rechtsextremisten vorgegangen. Deswegen ist er insbesondere im Internet von den Neonazis scharf kritisiert worden.

Häme im „Weltnetz“

Und die Häme im „Weltnetz“ lässt nicht lange auf sich warten. In einschlägigen Foren schreiben Neonazis Kommentare wie:

Wieder einer dieser Möchtegernwiesenthals…schön das er die Früchte seiner Arbeit zu schmecken bekommt….Ob nun Nazis oder nicht….den Falschen wird es wohl kaum getroffen haben!!!

Oder auch:

Will der Sack jetzt noch Mitleid haben oder was? Es ist äußerst zu bezweifeln, dass es sich bei dem Täter um einen Nationalen handelt.

Ein Neonazi aus Österreich schreibt in einem Forum zudem, es habe bereits „Besuche“ von Ermittlern bei mehreren Rechtsextremisten in Bayern und Österreich gegeben.

Die Öffentlichkeit wird nun wahrscheinlich erst einmal wieder das Thema rechtsextreme Gewalt für sich entdecken, nachdem mehrere tödliche Überfälle mit offenbar rechtsextremen Hintergrund für wenig Aufsehen gesorgt hatten. Wahrscheinlich müssen erst Politiker oder Polizisten Opfer der rechtsextremen Gewalt werden, bevor es die breite Masse interessiert.

Siehe auch:  Rangliste von Reporter ohne Grenzen: Rüge wegen Neonazi-Angriffe auf Journalisten, Wahlkampf in Bayern: Betrunkene NPD-Anhänger bepöbeln Passanten, “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Bayern: Hakenkreuzfahne aus Grab sichergestellt, Gewalt bei Busse-Beerdigung: NPD spricht von Presselügen