Malchin: Staatsschutz ermittelt drei Tatverdächtige

Bei dem erneuten Überfall von rechtsextremen jungen Leuten auf eine Gruppe Jugendlicher habe die Staatsschutz-Abteilung der Neubrandenburger Polizeidirektion jetzt drei Tatverdächtige ermittelt, berichtet der Nordkurier am 13. Dezember 2008. Ihnen werde vorgeworfen, am Abend des 29. November in Malchin, mehrere junge Leute angegriffen zu haben, die zur Probe einer Musikband wollten. Die Stadtverwaltung hatte den jungen Leuten für die Proben das Stadthaus zur Verfügung gestellt.

Ganz in der Nähe solle es in einer Garage einen Treffpunkt rechtsextremer Jugendlicher geben. Bei dem Überfall ist nach Angaben des Staatsschutzes eine Person mit einer Stahlrute geschlagen worden. Das Opfer musste verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Der mutmaßliche Schläger sei 23 Jahre alt und habe Verbindungen zur rechtsextremen Malchiner Kameradschaft. Zu seiner Begleitung soll demnach ein 18-Jähriger gehört haben, der laut Ermittlungen Mitglied dieser Kameradschaft sein soll. Für den Überfall gebe es mehrere Zeugen, so dass der Staatsschutz davon ausgeht, den Fall in den nächsten Tagen aufzuklären.

Der Überfall ist nach Einschätzung des Staatsschutzes typisch für die rechtsextreme Gewalt in der Stadt Malchin. Während die Mitglieder der Kameradschaft bei Körperverletzungen nicht direkt in Erscheinung treten, gehen Straftaten vor allem von Sympathisanten der rechtsextremen Vereinigung aus, hieß es. Der Übergriff war in den vergangenen Tagen auf mehrerenöffentlichen Veranstaltungen zur Sprache gekommen. Dabei hatten Malchiner beklagt, dass es keinerlei öffentliche Reaktion auf denÜberfall gegeben habe.

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