Russland: Ultra-Nationalisten enthaupten angeblich Tadschiken

In Russland sollen Rechtsextreme einen 20 Jahre alten Gastarbeiter aus der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan enthauptet und sich per Handy zu dem Mord aus Fremdenhass bekannt haben. Das berichtet der Merkur-Online mit Bezug einer Meldung der Agentur Interfax. Interfax meldet mittlerweile allerdings auch, dass sich zwei nationalistische Organisationen dementiert hätten, mit dem Mord etwas zu tun zu haben.

Laut Ermittlern und Menschenrechtlern wurde der Kopf des Mannes in einem Plastikbeutel in einer Mülltonne bei Moskau entdeckt, nachdem die Polizei bereits am 6. Dezember 2008 seinen Körper gefunden hatte. In einer über Handy abgesetzten Bildnachricht habe sich die “Kampforganisation russischer Nationalisten“ zu der Tat bekannt, hieß es. Menschenrechtler beklagen seit langem die Zunahme rechtsextremer Gewalt in Russland.

Nach Darstellung der Polizei hatten etwa zehn Rechtsextreme den 20-Jährigen und einen anderen Tadschiken in einem Moskauer Vorort erst mit Gummigeschossen angegriffen und dann zusammengeschlagen. Die beiden Männer waren Arbeiter auf einem Obst- und Gemüsemarkt. Ein Opfer entkam. Der Leiter des Moskauers Menschenrechtsbüros, Alexander Brod, verurteilte die blutige Attacke. In Russland ist die Zahl der Toten durch rechtsextreme Gewalt in diesem Jahr auf ein historisches Hoch von mehr als 100 gestiegen.

Siehe auch: Pogromstimmung in Tschechien: Rechtsextreme radikalisieren einen ganzen Ort, Mitarbeiterin der “Aktion Sühnezeichen” in Russland von Neonazis bedroht, Rangliste von Reporter ohne Grenzen: Rüge wegen Neonazi-Angriffe auf Journalisten, Russland: 2008 bislang mehr als 70 Todesopfer durch rassistische Gewalt