Nazi-Skandal bei der CSU – mit Konsequenzen

Die CSU hat laut Merkur-Online wegen eines Nazi-Skandals den Leiter ihrer Strategie-Abteilung gefeuert. Der 32-Jährige hatte vor 16 Jahren auf einer Feier angetrunken mit drei Bekannten den Hitler-Gruß gezeigt und war dabei fotografiert worden. Gestern tauchte die belastende Aufnahme wieder auf – was auf ein Machtspielchen hinweist, denn der 32-Jährige hatte dem Bericht zufolge „mit einer sehr forschen und selbstbewussten Art in der CSU-Zentrale heftig angeeckt“. Der leitende Angestellte, immerhin engster Vertrauter und ein langjähriger Mitarbeiter von CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg, musste am 09. Dezember 2008 sein Büro räumen und die Landesleitung verlassen, erfuhr die Zeitung.

„Dieses Verhalten ist inakzeptabel“, sagte Guttenberg. Der CSU-Bundestagsabgeordnete selbst hatte den jungen Adeligen aus Franken eingestellt und zunächst zu seinem Büroleiter in Berlin aufgebaut. Als Guttenberg Generalsekretär wurde, installierte er den 32-Jährigen als „rechte Hand“ [sic! PG] in der Landesleitung. Der Mitarbeiter sollte die Abteilungen Strategie und Kommunikation koordinieren und zog vor zwei Wochen als einer der ranghöchsten Angestellten an der Nymphenburger Straße ein. Guttenberg beteuert, ihm sei von rechtsradikaler Gesinnung seines Mitarbeiters nichts bekannt gewesen. Kollegen in der Landesleitung äußern sich ähnlich.

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