Rainer Link – Gestolpert in Zossen III.

Das NPD-Netztagebuch hat in bewährter Art und Weise noch einmal das Thema Rainer Link aufgearbeitet. Los gehts:

Es zog ihn weg vom multikulturellen Berlin in das verschlafene Städtchen Zossen, wo man im allgemeinen links wählt.


Vom Regen in die Traufe sozusagen. Armes Deutschland. Berlin und Zossen = Sodom und Gomorra!

Laut Medienberichten sei Rainer Link ein Holocaustleugner, der es sich zur Aufgabe machte, regelmäßig die Vergasungen in den Konzentrationslagern in Frage zu stellen. Er kaufte in einer belebten Einkaufsstraße ein Haus, wo er ein Internetcafe mit dem Namen Medienkombinat eröffnete. Er wollte in Zossen ein neues Leben beginnen, denn in Berlin war er von der etablierten Politprominenz geächtet.

Wollten Wowi & Co. nichts mit Link zu tun haben? Schon fies. Warum nur nicht?

Rainer Link baute also sein Geschäft auf und wollte in Ruhe sein Leben fristen. Doch eine unglaubliche Provokation durch die Stadt Zossen machte ihn wütend, wie er sagt. Ausgerechnet er, der doch den Holocaust bestreitet, bekam vor seinem Internetcafe in 50 cm Abstand, Stolpersteine vor seine Fenster geknallt.

Nun bestreitet Link also sogar nach eigenen Angaben den Holocaust, oben war es noch „laut Medienberichten“. Unter „Steine vor die Fenster geknallt“ versteht man aber im Allgemeinen etwas anderes.

Diese Stolpersteine sollen an jene Juden erinnern, die früher in diesem Haus wohnten und angeblich im Konzentrationslager Theresienstadt umgekommen sein sollen. So zu mindest die offizielle Darstellung.

Die NPD in Bestform: Hier verhöhnt sie einmal mehr die Opfer des Nationalsozialismus, ganz konkret die Menschen, die in Zossen in dem Haus gelebt haben. Warum die Neonazis Zweifel an der offiziellen Darstellung haben, wird wieder einmal nicht verraten. In der MAZ steht zu den jüdischen Bewohnern zu lesen:

Die ersten vier dieser Steine zum „darüber Stolpern“ kamen gestern vor dem Buchladen auf dem Marktplatz, Hausnummer 16, in die Erde. Dort lebte seit 1924 die vierköpfige Familie Falk in der oberen Etage. Sie wurde in Auschwitz ausgelöscht. Zwei weitere Steine sollten danach vor dem Haus Berliner Straße 11 eingelassen werden, wo Martha und Lesser Weinberg ein Textilgeschäft unterhielten. Sie wurden nach Theresienstadt deportiert.

Weiter die NPD in ihrem Netztagebuch:

Kurt Liebau, vom Projekt “Jüdisches Leben in Zossen” verteilt bundesweit diese Steine und will so auf die deutsche Vergangenheit aufmerksam machen. Rainer Link aber wehrt sich dagegen und bezeichnet diese Aktion als Mahnmalismus. Diesen “Psychoterror”, wie er sagt, findet er nach dieser langen Zeit unverständlich und versteht nicht, warum eine neue Generation, die mit der Zeit von 1933 bis 1945 nichts zu tun hat, so in Sippenhaft genommen werden soll.

Der Begriff paranoid könnte hier nahe liegen. Einen Gedenkstein im Straßenpflaster als Psychoterror zu verkaufen und sich dadurch in Sippenhaft genommen zu fühlen, das muss schon ein unangenehmes Leben sein. Die NPD vertritt diese Leute, sie ist die Partei der Holocaust-Leugner, NS-Nostalgiker und Geschichtsrevisionisten. Ethnopluralismus hin, Ethnopluralismus her.

Siehe auch: Der arme Nazi aus Zossen – Gedenksteine pflastern seinen Weg, Zossen: Ein Neonazi wird weinerlich

9 thoughts on “Rainer Link – Gestolpert in Zossen III.

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  2. Hiermit fordere ich den Abriss sämtlicher Bismarck-Denkmäler und anderer Reiterstandbilder in Deutschland! Diese sind Psychoterror! Ich finde nach dieser langen Zeit unverständlich und verstehe nicht, warum eine Generation, die mit der Zeit von 1870 bis 1918 nichts zu tun hat, so in Sippenhaft genommen werden soll.

  3. Leute, Leute…

    Es ist der größte Witz von Herrn Link zu sagen, er sei ein Neonazi. Niemand hier kennt ihn wirklich!!!
    Absoluter Schwachsinn!!!

  4. Warum immer Leute in Schubladen gesteckt werden müssen, ist mir rätselhaft. Ich finde die Reaktion Rainer Links zwar etwas überzogen aber kann sie vom Kern her verstehen. Wer errichtet Mahnmale für Schwule, Sintis oder Behinderte, die von den Nazis ermordet wurden? Der von ihm zitierte Mahnmalismus beschränkt sich zu 100% immer nur auf die Juden, was nicht heißen soll daß der Völkermord an einer Religionsgemeinschaft besonders abscheulich war. Jeden, der etwas darann auszusetzen hat, in die Nazischublade zu stecken halte ich für falsch. Leute wie Link sind kauzig. Die verunglimpfung als Naziteufel ist aber vollkommen daneben. Ich kenne Hernn Link als äußerst sozial eingestellten freundlichen Nachbarn und habe niemals das Gefühl gehabt, er sei in irgendeiner Form der Naziszene oder einer anderen politischen Formierung anhängig. die Medien machen meiner Meinung nach hier wieder Meinungen anstatt objektiver Berichterstattung.
    Ein Bürger und SPD Wähler aus Brandenburg

  5. @chris
    Ich weis, was Sie meinen. In Deutschland wird man schnell in die Nazi Schublade gesteckt. Es reichen schon ein paar unvorsichtige Worte. Wie bei Eva Hermann, die sich selber gegen Nazi engagiert.
    ABER! Link war in Holocaustleugnerverein tätig, ist ein Weggefährte von Horst Mahler. Sein Laden ist ein Nazitreffpunkt. Mal ganz davon abgesehen, dass allein schon dieser bizarre Kampf gegen Erinnerung an unschuldig getötete Menschen absolut entlarvend und abscheulich ist.
    Hier trifft es nicht den Falschen.

  6. Die Gedenklogik der Rechtsextremen:

    Sie lehnen es ab Opfer des NS-Regimes zu gedenken. Mit dem Argument, man würde deutsche Opfer (in ihrem Sinne) ausschließen. Wenn, dann müsse man allen Opfern des Zweiten Weltkrieges gedenken. So ihre These. Oberflächlich mag das edelmütig wirken.
    Doch dann treffen sie sich ausschließlich zum Gedenken der Opfer des „Bombenholocaust“ und der gefallenen deutschen Soldaten und feiern diese als Helden. Ein Zeichen sieht wahrlich anders aus. Auf Hinweise des Widerspruchs begegnen die Rechtsextremisten diese mit dem platten Argument, man dürfe wohl noch der deutschen Seite gedenken.

    Ein typisch nationalsozialistisches Denkmuster und eindeutig ungerecht dazu. Dabei wird unter Anderem völlig ausgeblendet, wer die Gedenkmähler aufgestellt hat, die die Rechtsextremen regelmäßig besuchen.
    Abgesehen davon gibt es wohl kaum eine andere Gruppe in Deutschland, die ein derart schlechtes Gewissen gegenüber dem NS-Regime in sich trägt, dass diese permanent den Folgegenerationen eine Erbschuld vorwerfen müssen, von der man sich endlich befreien müsse.

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