Friedhofsschändungen: Weitere Tatverdächtige ermittelt

Nach der Schändung der jüdischen Friedhöfe in Gotha und Erfurt Mitte November hat die Sonderkommission des Landeskriminalamtes (LKA) laut e110 zwei weitere Tatverdächtige ermittelt. Die beiden polizeibekannten 30 und 32 Jahre alten Männer aus Erfurt sind bereits durch politisch motivierte Straftaten in Erscheinung getreten, wie ein LKA-Sprecher am 04. Dezember 2008 demnach in Erfurt mitteilte.

Bei Wohnungsdurchsuchungen Ende November seien Bekleidung, ein Computer, ein Handy und verschiedene Transportbehältnisse sichergestellt worden. Die Tatverdächtigen äußerten sich dem Sprecher zufolge nicht zum Vorwurf und wurden nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung entlassen.

Bereits wenige Tage nach den Schändungen hatte das LKA einen 48-jährigen Tatverdächtigen aus Gotha ermittelt, der ebenfalls bereits mehrfach mit politisch motivierten Straftaten aufgefallen war. Er soll zumindest Mitglied der NPD gewesen sein, in Neonazi-Foren war von einer „Karteileiche“ die Rede.

Im Umfeld des 70. Jahrestags der Reichspogromnacht gab es in Deutschland mehrere Schändungen von Friedhöfen, Aufmärsche von Neonazis und antisemitische Hetze der NPD. Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern lieferten NPDler einmal mehr das “intellektuelle Rüstzeug” für den politischen “Nahkampf” (Zitate aus NPD-Publikationen).

Siehe auch: Schändung von jüdischen Friedhöfen: Verdächtiger aus NPD-Umfeld, Internet-Klatsch: Schändete eine “Parteileiche” die jüdischen Friedhöfe?, Thüringen: Jüdische Friedhöfe in Gotha und Erfurt geschändet, NRW: Ausstellung über Holocaust teilweise zerstört, Hessen: Jüdischer Friedhof geschändet, Größte bundesweite Kampagne gegen Antisemitismus gestartet, Hessen: 1500 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch, TV- und Buchtipp: Die Odyssee der KinderPogrom vom 9. November 1938: Weißwäscher am WerkHessen: Neonazi-Aufmarsch zur Pogromnacht verboten, Neonazis wollen zur Reichspogromnacht aufmarschieren, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen, 69 Jahre nach der Reichspogromnacht: Erneut jüdischer Friedhof geschändet