Dresden: Rassisten greifen schwarze Studenten an

Zwei polizeibekannte Rechtsextreme haben in der Nacht zum 05. Dezember 2008 laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung zwei schwarze Studenten in einer Dresdner Diskothek beleidigt und später auf der Straße angegriffen. Nach Angaben der Polizei schlugen sie auf die 26 und 29 Jahre alten Männer aus Kamerun ein. Auch bei ihrer Festnahme riefen der 19- und der 25-Jährige verfassungswidrige Parolen.

Die Männer sollten auf Antrag des Staatsanwalts noch am Freitag zum Ermittlungsrichter. Gegen die bereits durch Gewalttaten aufgefallenen Täter wird nun wegen Volksverhetzung, gefährlicher Körperverletzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Wie sehen eigentlich Afrikaner aus?

In der Meldung der SZ bzw. dpa hieß es übrigens zwei Afrikaner seien angegriffen worden. Allerdings ist es zu vermuten, dass die Neonazis die Studenten nicht angegriffen haben, weil sie aus Afrika kommen, sondern weil sie eine schwarze Hautfarbe haben. Denn die Beschreibung Afrikaner sagt nichts über die Hautfarbe aus, da dort mitnichten ausschließlich Schwarze leben. Afrikaner wird also als Pseudonym für schwarzer Mensch benutzt, der Begriff rassistisch ist in der Meldung auch nicht zu finden – oft wird die Bezeichnung als zu stark empfunden und durch ausländerfeindlich ersetzt, was der völkischen Ideologie in die Karten spielt, weil so impliziert wird, Schwarze wären per se Ausländer.

In einem sprachlichen Leitfaden heißt es:

Eine Tat ist rassistisch motiviert, wenn sie gegen Menschen verübt wird, deren Hautfarbe eine andere ist als die der Täter und mit rassistischen Beleidigungen einhergeht. Dies gilt auch für Opfer, die Deutsche sind. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sind keinesfalls gleichzusetzen. Unterstellt man beispielsweise Angriffen gegen schwarze Deutsche pauschal eine “ausländerfeindliche” Motivation, so wird das Vorurteil genährt, schwarze Menschen könnten keine Deutschen sein (siehe WM-Planer der NPD).

Die “Initiative Schwarze Menschen in Deutschland”, der deutsche “Afrika-Rat” und ADEFRA (Schwarze Frauen in Deutschland ), Experten und auf diesem Gebiet tätige Organisationen sind sich übrigens einig: Es gibt keine “Farbigen”. Dieses sprachliche Relikt aus der Kolonialzeit wurde in Deutschland in den fünfziger Jahren als Ersatzbegriff für „Neger“ eingeführt. Der Begriff ist zu vermeiden wegen der kolonialen Konnotationen und wegen des euphemistischen Hintergrunds. Weiterhin impliziert “farbig”, dass “weiß” die Norm sei. Der Begriff führt zu keiner schlüssigen Beschreibung, außer dass es sich nicht um eine weiße Person handelt. Deswegen ist es aus Gründen der Professionalität und Objektivität geboten, nach dem Gleichheitsprinzip zu verfahren: wenn Portugiesen und Norweger angeblich gleichermaßen “weiß” sind, dann ist ein schwarzer Junge aus Sachsen “schwarz”.

Siehe auch: Eine ganz normale Woche in Sachsen geht zu Ende…