Schwedische Neonazis in neuem Gewand

Die schwedische „Nationalsocialistik Front“ („Nationalsozialistische Front“; NSF) hat sich im November 2008 aufgelöst und wurde in die neu gegründete „Folkfronten Party“ („Volksfront“) überführt. Das berichtet der blick nach rechts in seiner Ausgabe 25/2008. Das Fachblatt gibt es hier im Abo. Mit freundlicher Genehmigung des bnr veröffentlicht NPD-BLOG.INFO den Artikel über die schwedischen Rechtsextremisten von Anton Maegerle.

Die „Folkfronten Party“ mit Postfachadresse in Stockholm kämpft für ein ethnisch homogenes Schweden, pflegt jedoch im Gegensatz zur NSF keinen offenen Hitler-Kult. Ziel der rassistischen Partei ist es, „Schweden seine Größe und seine Rechte wieder zu verschaffen“. Geführt wird die neue Partei von den altgedienten NSF-Spitzenkadern Daniel Höglund (1. Vorsitzender) und Anders Ärleskog (Stellvertreter).

Die beiden Neonazis sind in Schweden einschlägig bekannt. Höglund, der sich 1997 den Uniformfetischisten der NSF anschloss, war einer der Redner bei der NSF-Demonstration „Freiheit für Ernst Zündel“ am 7. Juli 2007 in Stockholm. Im Laufe der Demonstration wurde der deutschen Botschaft ein Protestschreiben übergeben, das neben der NSF die „Dänische Nationalsozialistische Bewegung“ (DNSB), die „Norwegische Nationalsozialistische Bewegung“ (NNSB), die „Russische Nationale Einheit“ (RNE) und das „Nordische Hilfswerk“ (NHH) unterzeichnet hatten. Ärleskog war Vortragender beim Salem-Gedenkmarsch am 10. Dezember 2005.

Die 1994 im südschwedischen Karlskrona, einer rechtsextremen Hochburg, gegründete NSF war mit rund 500 Mitgliedern die größte Organisation der zersplitterten und zerstrittenen Neonazi-Szene in Schweden. 1999 geriet die NSF mehrfach in die Schlagzeilen, weil einige ihrer Kader für Gewaltverbrechen verantwortlich gemacht wurden. Bei der Hitler-Gedenkfeier, die die NSF am 17. April 1999 ausrichtete, waren auch Gesinnungskameraden aus Dänemark, Norwegen und der Bundesrepublik Deutschland zugegen. Vom 13. bis 15. September 2002 führte der von Mirko Appelt geführte „SelbstSchutz Sachsen-Anhalt“ (heute: „SelbstSchutz Deutschland“), ein Ordnerdienst unter andrem für Neonazi-Demonstrationen, im Auftrag der NSF einen Einsatz zur Absicherung von Wahlkampfaktivitäten in Karlskrona durch.

Siehe auch: Dänemark will Rechtsrock-Produzenten ausliefern, Schweden: Zahl der militanten Neonazi-Gruppen steigt, Internationale Razzia gegen Rechtsrock-Produzenten, Schweden: Razzia gegen bewaffnete Neonazis, Rieger auch als Schweinebauer glücklos