NPD-Funktionär muss zu Haft auf Bewährung auch noch Geldstrafe zahlen

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung hat das Mainzer Amtsgericht laut einem Bericht der Main-Rheiner Regionalnachrichten den NPD-Funktionär Mario Matthes am 03. Dezember 2008 zu elf Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Hessen, der in Mainz Geschichte studiert, im Januar 2008 einen gleichaltrigen Kommilitonen auf dem Campus verprügelt hatte. Das Opfer verlor dabei einen Schneidezahn und erlitt Prellungen. Seine Oberlippe musste doppelt genäht werden.

Geldstrafe für Anspucken

Im August 2008 war der NPD-Aktivist per Strafbefehl wegen der Attacke zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden und dagegen angegangen. Bei der erneuten Verhandlung blieb es dem Bericht zufolge bei der Strafe, allerdings war der Richterin zu Ohren gekommen, dass der Angeklagte den Studenten auch angespuckt hatte. Das wurde demnach zusätzlich mit der Geldstrafe geahndet.

Der Angeklagte – ein aktiver Kick-Boxer – gab vor Gericht erneut an, er und seine Kameraden seien von dem Kommilitonen nach einer NPD-Gegendemonstration Wochen vor dem Zusammentreffen auf dem Uni-Campus verhöhnt und mit Bier begossen worden. Am Tattag in der Uni-Bibliothek habe der Student eine abfällige Bemerkung gemacht. „Da habe ich gespuckt und ihn nach draußen gebeten.“ Auf einem Parkplatz habe der Mann ihn dann zuerst geschlagen. Das 24-jährige Opfer bezeichnete Matthes als Aggressor. „Ich wollte mit ihm reden und keine Schlägerei, aber er boxte mir sofort ins Gesicht und trat mir gegen den Oberschenkel!“ Als er am Boden lag, habe der Angeklagte weiter „wie von Sinnen auf ihn eingetreten“. Nach der Tracht Prügel habe der Angeklagte gesagt: „Respekt, dass du mit mir nach draußen gegangen bist!“

Wegen des Vorfalls war an der Mainzer Uni geprüft worden, ob der NPD-Funktionär vom Lehrbetrieb auszuschließen sei. Der Exmatrikulationsausschuss hatte jedoch lediglich eine Rüge gegen ihn ausgesprochen.

Matthes ist laut einem Bericht des Asta der Uni Mainz bereits seit vielen Jahren in der regionalen Neoazi-Szene aktiv. Außerdem habe Matthes auf Platz acht der NPD-Liste zur Landtagswahl 2006 in Rheinland-Pfalz kandidiert. Neben seinen Aktivitäten in der NPD leitet Matthes laut dem Asta Mainz auch die lokale Kameradschaft, die auf einer von ihm angemeldeten Internet-Seite firmiert. Die Domain ist laut Denic tatsächlich auf seinen Namen registriert. Mit seiner Verurteilung knüpft Matthes an die Vorstrafen von anderen hessischen NPD-Funktionären und anderen Neonazi-Kadern an.

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