Darf man Israel in Deutschland kritisieren?

„Scheinheilig, ja scheinheilig ist die Frage, ob man Israel in Deutschland kritisieren dürfe. Scheinheilig ist auch die Feststellung, Israelkritikern würde „immer“ Antisemitismus unterstellt. Scheinheilig ist die Weinerlichkeit von Israelkritikern, die sich selbst zu „Märtyrern“ der politischen Korrektheit stilisieren und sich „verfolgt“ fühlen, weil „man“ in Deutschland Israel eben nicht kritisieren dürfe“, meint Michael Wolffsohn in seinem politischen Feuilleton auf DeutschlandradioKultur.

Zur Person: Der Historiker Michael Wolffsohn wurde 1947 in Tel Aviv als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten geboren. Er kam als Siebenjähriger mit seiner Familie nach Deutschland. Nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft in Berlin, Tel Aviv und New York arbeitete er bis zu seiner Habilitation an der Universität in Saarbrücken. 1981 wurde er Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehrhochschule in München. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Keine Angst vor Deutschland!“, „Die Deutschland-Akte – Tatsachen und Legenden in Ost und West“ und „Meine Juden – Eure Juden“.

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