Schändung von jüdischen Friedhöfen: Verdächtiger aus NPD-Umfeld

Nach Ermittlungen des Landeskriminalamtes in Thüringen soll ein 48-jähriger Mann aus Gotha für die Schändungen der jüdischen Friedhöfe in Erfurt und Gotha verantwortlich sein. Dies sagte ein Sprecher des LKA auf Anfrage des Autoren. Der Mann stamme aus dem Umfeld der NPD und habe „dieser Gruppierung zumindest irgendwann einmal angehört“, bestätigte der Sprecher weiter. Bislang gebe es keinen weiteren Tatverdächtigen.

In Gotha und Erfurt wurden am vergangenen Wochenende jüdische Friedhöfe geschändet. Dabei wurde in einen Davidstern im Eingangstor des jüdischen Friedhofs in Gotha ein blutiger Schweinekopf gesteckt. Daneben fand man ein Laken mit der verschmierten Aufschrift “6 Millionen Lüge”. Auf einschlägigen Neonazi-Seiten waren Kommentare zu lesen, die möglicherweise auf den Täter hindeuteten. So schrieb ein Neonazi, der sich offenbar um das Image und so den Wahlerfolg der NPD in Thüringen sorgt:

In der Region Gothaer Land ist bekannt, welche 2 Volldeppen für die Sauerei vom Wochenende verantwortlich sind und eine derartige Dummheit läuft unseren Bestrebungen 2009 in die Thüringer Parlamente deutlich zu wieder. […] Allerdings muss gesagt sein, daß die Karteileiche mit Parteibuch in der Hand genauso wenig die nationale Opposition repräsentiert, wie sein Möchtegern AN-Ziehnsohn, der in der Pupertät hängengeblieben ist. Es wäre im Sinne der NPD, wie auch bei den Anschlägen in Erfurt, eine Belohnung für die Täter auszusetzen und sich von solchen Methoden zu distanzieren.

Darauf antwortet ein anderer Kommentator:

Ich finde es ganz schön anmaßend, wie du über die beiden Kameraden herziehst. 1. hat die “NPD-Karteileiche” von der du sprichst, im Gegensatz zu dir Internet-Meckernazi schon weit aus mehr für den NW in Gotha geopfert und ist auch gegenwärtig für die Partei immer zur Stelle. 2. Finde ich es anmaßend wie ihr über Freie Kräfte u.a. die wenigen ANs herzieht. Der Kamerad und sein Umfeld waren immer aktiv, wenn es um Unterstützungs & Propagandaarbeit im Wahlkampf ging. […] s ist schon übel genug, daß viel zu viel Leute wissen, wer für die Aktionen verantwortlich ist. So etwas gehört nicht im Freundeskreis und schon gar nicht in andere Städte herumgetratscht sondern geht nur die Leute an, die die Operation ausführen!!! Naja, ich vermute das die Bullen ohnehin schon wissen was Sache ist und den Betroffenen in Kürze bald einen Hausbesuch abstatten, dank diversen Plaudertaschen die es hier gibt, und damit meine ich vor allem die Spezialisten die davon in der Kneipe oder am Telefon erzählen. Aber angeblich sollen ja auch schon Spuren gefunden worden sein, dann ist das eh überflüssig. Bleibt nur der Ratschlag: Beim nächsten mal besser machen

Siehe auch: Internet-Klatsch: Schändete eine “Parteileiche” die jüdischen Friedhöfe?, Thüringen: Jüdische Friedhöfe in Gotha und Erfurt geschändet, NRW: Ausstellung über Holocaust teilweise zerstört, Hessen: Jüdischer Friedhof geschändet, Größte bundesweite Kampagne gegen Antisemitismus gestartet, Hessen: 1500 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch, TV- und Buchtipp: Die Odyssee der KinderPogrom vom 9. November 1938: Weißwäscher am WerkHessen: Neonazi-Aufmarsch zur Pogromnacht verboten, Neonazis wollen zur Reichspogromnacht aufmarschieren, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen, 69 Jahre nach der Reichspogromnacht: Erneut jüdischer Friedhof geschändet