Tschechien: rechtsextreme Ausschreitungen gegen Roma

In der tschechischen Stadt Litvínov kam es zu heftigen rechtsextremen Ausschreitungen. Zehn Polizisten und sechs Zivilpersonen mussten im Krankenhaus behandelt werden, nachdem etwa 500 Neonazis versuchten, in ein von Roma bewohntes Viertel zu marschieren. Die Polizei konnte sie daran hindern. Dabei richtete der braune Demonstrationszug große Sachschäden an und warf Molotow-Cocktails und Pflastersteine. Den Gewalttaten gingen Provokationen rassistischer Organisationen und Parteien in Tschechien voraus. Die Neonazis waren in weiteren Städten aufmarschiert, so auch im Jüdischen Viertel von Prag. Ihre Hetzreden richteten sich gegen die etwa 150.000 bis 200.000 im Lande lebenden Roma.

Der Wissenschaftler Ondrej Cakl, verlangte gegenüber der Süddeutschen Zeitung eine Fachkonferenz. Es müsse untersucht werden, warum rechtsextreme Ideen unter jungen Tschechen so populär seien. Seinen Angaben zu Folge sind in Tschechien seit dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 etwa 30 rassistisch und ethnisch motivierte Morde begangen worden. 2007 waren 26 Aufmärsche, Demonstrationen oder rechtsradikale Konzerte registriert worden.

Siehe auch: Tschechien: NPD-Kader bei illegalem Neonazi-Aufmarsch, Internationale Razzia gegen Rechtsrock-Produzenten, Tschechien: 20 Verletzte bei Nazi-Attacke auf Gay-Parade, Die Ziele der NPD: Österreich, Polen, Tschechien, Russland, Litauen,