Sachsen: Haftstrafen nach rassistischem Brandanschlag

Die Anklage lautete auf versuchte schwere Brandstiftung und Herstellung sowie Verwendung einer verbotenen Waffe – drei Neonazis hatten im April 2008 versucht, einen türkischen Imbiss in der Reichenbacher Innenstadt anzuzünden. In dem Gebäude hielten sich zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen auf – darunter viele Kinder. Das Schöffengericht in Auerbach verhängte einem Bericht der Freien Presse zufolge daher hohe Haftstrafen gegen drei der vier Angeklagten.

Drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung lautete das Urteil demnach für zwei Reichenbacher. Zwei Jahre und sechs Monate muss der dritte im Bunde in den Knast. Glimpflich kam der vierte Verurteilte davon. Er wurde als Mitläufer eingestuft und stand während des Anschlags etwas abseits. Er erhielt eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem müsse er 1200 Euro an den Reichenbacher Verein Leuchtturm zahlen, so die FP. Allen vier Verurteilten gemeinsam sei die rechtsradikale Einstellung, die zu dem Anschlag führte, schreibt das Blatt weiter.

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