NRW: Ausstellung über Holocaust teilweise zerstört

Unbekannte haben an einem Berufskolleg in Moers (Nordrhein-Westfalen) eine Ausstellung über den Holocaust teilweise zerstört und gestohlen. Die Täter ließen laut einem Bericht des blick nach rechts Flyer und Aufkleber der NPD zurück. Die Tat ereignete sich demnach am Abend des 10. November im Mercator Berufskolleg in der westlich von Duisburg gelegenen Kleinstadt. Während in der Aula das Theaterstück „Hin und Weg.sehen“ aufgeführt wurde, zerstörten und raubten die Täter den Angaben zufolge im Vorraum der Schulaula 17 der 24 an Stellwänden angebrachten Plakate der Ausstellung „Stationen des Holocaust und des Rassismus heute“.

Die Wanderausstellung wurde von dem Evangelischen Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau (SchalomNet) konzipiert und war anlässlich des 70. Jahrestages der Reichpogromnacht seit gut zwei Wochen in der Berufsschule zu sehen. Die Täter verklebten zudem Aufkleber der NPD auf den Schulfenstern und auf den Schautafeln. Zudem wurden NPD-Flyer verstreut, darunter Broschüren der ausländerfeindlichen NPD-Kampagne „Ausländerstopp NRW: Deutsche wehrt Euch – Gegen Überfremdung, Islamisierung und Ausländerkriminalität“.

In Moers sei die „Kameradschaft Moers“ beziehungsweise „Kameradschaft Moers-Rheinberg“ aktiv. Die Gruppe unterhalte Kontakte zur NPD in Krefeld, berichtet bnr weiter. Erst im September hatte die „Kameradschaft Moers“ sich demnach via Video im Internet zu zahlreichen Sprühaktionen und Sachbeschädigungen in Moers bekannt.

NPD-Krefeld will Bürgerradio starten

Unterdessen berichtet Klarmanns Welt, dass die NPD Krefeld versuche, eine eigene Radiosendung im Bürgerprogramm der „Welle Niederrhein“ zu initiieren. NPD-Kreischef Lars Spönlein habe dazu an den Sender geschrieben und ein „Nationales Bürgerradio“ angeregt. Spönlein. Als Betreiber bzw. Moderator der Neonazi-Sendung bringt Spönlein sich demnach gleich selbst ins Spiel.

Da offenbar aber eine solche Sendung nur von Privatleuten oder nicht parteigebundenen Initiativen erarbeiten werden dürfen, diskutiert die NPD nun Wege, „einige Frei Nationalisten“ aus der Region ins Spiel zu bringen. Einsatzbereit scheinen Neonazis in der Region ja zu sein, wie der Vorfall in Moers nahelegt.

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