NRW: 2000 Menschen demonstrieren gegen “Standkungebung” von Neonazis

Mindestens 2000 Menschen haben nach Polizeiangaben am 08. November 2008 in Aachen gegen eine Standkundgebung von gut 100 Neonazis demonstriert. Eigentlich wollten die Rechtsextremisten unter dem Motto „Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer“ durch die Stadt ziehen, da sie aber laut Polizei nicht bereit waren, bestimmte Auflagen zu erfüllen, gab es eben diese Aktionsform.

Aus dem bürgerlichen und dem linksgerichteten Bereich waren insgesamt sechs Gegendemonstrationen angemeldet. Allein an der Veranstaltung des DGB nahmen mehr als 2000 Personen teil, so die Polizei weiter.

Der Neonazi-Aktion war ein Rechtsstreit hervorgegangen, bei dem sich die Revisionisten teilweise durchsetzen konnte. Als Redner waren nach Informationen von Versammlungsleiter Christian Worch dabei:

Meine Wenigkeit [gemeint ist Worch, PG] als der Versammlungsleiter, da Axel Reitz ja durch gerichtliche Verfügung die Leitung untersagt war; Claus Cremer, NPD-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen; Sven Skoda, parteifreier Aktivist; Ingo Haller, NPD-Kreisvorsitzender des nahegelegenen Düren,  sowie Paul Breuer, parteifreier Aktivist. Paul ist erst unlängst nach  etwa zweieinhalb Jahren Haft entlassen worden; ich denke fast, es war seine erste öffentliche Rede nach der Entlassung. Jedenfalls freuten  sich alle, die ihn kannten, sehr darüber, ihn wieder in unserer Mitte zu sehen.

In Düren führten die Neonazis den Angaben zufolge noch eine spontane Kundgebung durch, um gegen die „staatliche Repression“ zu protestieren. 

Siehe auch: Hessen: 1500 Menschen demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch, TV- und Buchtipp: Die Odyssee der KinderPogrom vom 9. November 1938: Weißwäscher am WerkHessen: Neonazi-Aufmarsch zur Pogromnacht verboten, Neonazis wollen zur Reichspogromnacht aufmarschieren, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen, 69 Jahre nach der Reichspogromnacht: Erneut jüdischer Friedhof geschändet