Fall Kevin S.: Opfer-Familie will Anklage wegen versuchten Totschlags erreichen

Der Überfall auf ein 13-jähriges Mädchen im Juli 2008 in Hessen durch den Neonazi Kevin S. sorgt weiter für Aufsehen. Die Familie des Mädchens hat einen Antrag auf Zuständigkeitsverschiebung vom Amtsgericht Fritzlar zum Landgericht Kassel gestellt. Das erklärte der Rechtsbeistand der Familie, Thomas Kämmer, gegenüber Panorama. Mit dem Antrag solle erreicht werden, dass Kevin S. nicht nur wegen gefährlicher Körperverletzung sondern mindestens wegen versuchten Totschlags angeklagt wird. Der Fall müsste dann am Landgericht in Kassel verhandelt werden.

Thomas Kämmer verweist in seiner Begründung sowohl auf den vorläufigen Arztbericht vom 21. Juli 2008 als auch auf eine oberärztliche Stellungnahme vom 29. September 2008 vom Universitätsklinikum Marburg. Darin wird eindeutig festgestellt, dass bei dem 13-jährigen Mädchen eine „potentiell lebensbedrohliche Erkrankung“ vorlag.

Kevin S. hatte am Morgen des 20. Juli 2008 mit einer leeren Halbliter-Glasflasche auf den Kopf des schlafenden Mädchens eingeschlagen. Das Mädchen befand sich in einem Sommercamp der Jugendorganisation der Linkspartei „Solid“. Die Staatsanwaltschaft in Kassel hatte am 24. September 2008 bekannt gegeben, dass Kevin S. wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht mehr wegen versuchten Mordes angeklagt wird.

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