Thor Steinar – “Hausbesuche” mit G36 sorgen für neuen Ärger

Für die Firma Protex – Produzent und Verkäufer der bei Rechtsextremisten äußerst beliebten Marke Thor Steinar – geht es zurzeit hoch her. Wie der blick nach rechts berichtet, werde es in Sachsen-Anhalt vor dem Oberlandesgericht in der kommenden Woche ein Urteil in Sachen Thor Steinar erwartet, dabei gehe es um eine Räumungsklage gegen Protex-Geschäftsführer Uwe Meusel, der in Magdeburg einen Thor Steinar-Laden eröffnet hatte. Die Richter deuteten demnach bereits an, dass sie einem Urteil des Landgerichts folgen würden, wonach die Räumung des Ladens rechtsmäßig sei. Begründung: Der Vermieter sei bei Abschluss des Mietvertrags nicht darüber informiert worden, dass Artikel der Marke Thor Steinar verkauft werden sollten.

Magdeburg, Leipzig, Berlin, Hamburg

In Leipzig läuft dem Bericht zufolge ein ähnlicher Rechtsstreit vor Gericht, auch dort fühlte sich der Vermieter getäuscht. Auch in Berlin entschieden Richter, dass ein Geschäft der Firma in der Rosa-Luxemburg-Straße geräumt werden müsste. Das Berliner Landgericht gab dabei einer Klage des Vermieters statt; nach Ansicht der Richter hätte dieser darüber informiert werden müssen, welche Marken und Waren angeboten werden sollen. Gegen dieses Urteil ist allerdings noch Berufung möglich.

In Hamburg einigten sich die staatliche HSH Nordbank und Meusel hingegen außergerichtlich auf die Schließung eines Geschäfts in der Innenstadt. Allerdings dürfte Protex dafür eine beträchtliche Summe kassieren, zudem war Thor Steinar lange in den Schlagzeilen – und blamierte die HSH Nordbank gründlich.

Heckler & Koch is not amused

Nun steht Protex laut bnr neuer Ärger ins Haus: Die Firma Heckler & Koch habe nach Angaben ihrer Rechtsabteilung einen Markenanwalt eingeschaltet. Anlass: T-Shirts und Pullover der Marke Thor Steinar mit dem Aufdruck „Hausbesuche“. Um deutlich zu machen, dass es sich dabei nicht um ärztliche Besuche handelt, ist auf den Bekleidungsstücken ein Sturmgewehr abgebildet. Dabei handelt es sich nach Angaben von Heckler & Koch um eine G36, welche von der Firma unter anderem für die Bundeswehr entwickelt wurde.

Heckler & Koch zeigte sich wenig begeistert über die „Werbung“ auf der meistgetragenen Bekleidungsmarke in der rechtsextremen Bewegung. Man werde nun eine Abmahnung vornehmen lassen, so ein Sprecher. Denn selbstverständlich habe man einen entsprechenden Schutz für dieses Produkt. Protex dürfte somit also ein weiterer Rechtsstreit ins Haus stehen.

Siehe auch: Hamburg: “Thor Steinar” auf dem Weg zur etablierten Marke?, Hamburg: Eröffnung von Thor-Steinar-Laden zwischenzeitlich gestoppt, Spekulationen über Neubau des Thor-Steinar-Modemachers, Norwegen geht gehen Quisling-Fans vorNPD-BLOG.INFO über Thor Steinar.

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