Dessau: Gewaltexzess war möglicherweise rechtsextrem motiviert

Nach dem gewaltsamen Tod eines 50-jährigen Mannes, der am 01. August 2008 in Dessau zu Tode geprügelt worden war, plant die Staatsanwaltschaft eine Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes. Bis spätestens Anfang November werde die Anklage gegen die beiden Beschuldigten im Alter von 33 und 23 Jahren erhoben, sagte der Sprecher der Behörde, Oberstaatsanwalt Christian Preissner, dem Tagesspiegel.

Es handele sich um eine „menschenverachtende Tat auf niedrigster Stufe“. Die Staatsanwaltschaft hält zudem ein rechtsextremes Motiv für möglich. Nach Informationen des Tagesspiegels fanden die Ermittler bei der Durchsuchung der Wohnungen der beiden Beschuldigten rechtsextreme Musikdateien. Laut Preissner könnte rechtsextremes Gedankengut „tatauslösend“ gewesen sein. Es sei auch denkbar, dass die Beschuldigten den 50-Jährigen, der in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Halle lebte, für minderwertig hielten, sagte der Oberstaatsanwalt.

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