Rangliste von Reporter ohne Grenzen: Rüge wegen Neonazi-Angriffe auf Journalisten

„Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiert Pressefreiheit“, stellt Reporter ohne Grenzen (ROG) in seiner siebten Rangliste zur Lage der Medienfreiheit in 173 Ländern fest. Demokratische Staaten wie die USA oder Israel, die bewaffnete Konflikte austragen, sind in der am 22. Oktober 2008 veröffentlichten Rangliste weiter abgestiegen. Einige wirtschaftlich schwache Länder in Afrika und in der Karibik sind dagegen aufgestiegen. Deutschland steht auch in diesem Jahr wieder auf Rang 20.

Pressefreiheit in Europa am besten geschützt

Auf den ersten 20 Plätzen der Rangliste stehen, bis auf Neuseeland und Kanada, ausschließlich europäische Länder. Deutlich verbessert haben sich einige lateinamerikanische und karibische Staaten wie Jamaika (21.) und Costa Rica (22.). Nur einige Ränge dahinter stehen Suriname (26.) und Trinidad und Tobago (27.). Diese kleinen karibischen Staaten haben deutlich besser abgeschnitten als Frankreich (35.), das erneut abgerutscht ist, sowie Spanien (36.) und Italien (44.), wo politische Gewalt und die Mafia Journalisten bedrohen. Von den afrikanischen Ländern verpasste Namibia (23.) nur knapp einen Platz unter den ersten 20. Auch Ghana (31.) schnitt gut ab.

Die Länder an der Spitze der Rangliste unterscheiden sich stark in ihrer Wirtschaftskraft. Das Bruttoinlandsprodukt von Island (1.) ist etwa zehnmal größer als das Jamaikas. Allen Staaten in dieser Gruppe gemeinsam ist ein demokratisches, parlamentarisches Regierungssystem, außerdem sind sie nicht in einen Krieg verwickelt. Die hinteren Ränge belegen weiterhin Weißrussland (154.) sowie die zentralasiatischen Staaten mit Usbekistan auf Rang 162 und Turkmenistan auf Rang 171. In Russland (141.) hat sich die Situation seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Dimitri Medwedjew kaum verändert. Die Massenmedien stehen nach wie vor unter staatlichem Einfluss. Journalisten müssen mit Übergriffen, Drohungen und Schikanen rechnen.

Angriffe von Rechtsextremisten auf Journalisten

In Deutschland (20.) gab es Punktabzug für Regelungen, die den Quellenschutz gefährden. Vorratsdatenspeicherung, der Entwurf eines neuen BKA-Gesetzes sowie die Überwachung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst spielten eine Rolle. Gewalttätige Übergriffe auf Journalisten durch Rechtsextremisten, der verbesserungswürdige Zugang zu öffentlichen Informationen sowie der Druck von Anzeigenkunden auf Redaktionen führten ebenfalls zu negativen Wertungen.

Übrigens hatte die NPD Ende 2007 die Kritik von Kanzlerin Merkel an den Wahlen in Russland als Fettnäpfchen bezeichnet. Merkel hatte angeprangert, dass die Wahlen nicht fair verlaufen waren und dieses nur – so die NPD – “weil die Medien unter Kontrolle stünden, und die Meinungsvielfalt nicht gewährleistet sei. Eine beispiellosere Heuchelei gibt es wohl nicht.” Denn: Die Gleichschaltung der Medien in der Bundesrepublik sei längst vollzogen, so die NPD.

Siehe auch: Debatte: Brutalisierung und Modernisierung bei Neonazis?, Die NPD zwischen Pragmatismus und Propaganda, Hintergrund: Die “Autonomen Nationalisten”“Neonazis geraten außer Kontrolle”, Dokumentation: Gewalt gegen die “Judenpresse”, Dresden: Neonazis treten auf Journalisten ein, Hamburg: Ausschreitungen am 01. Mai mit politischem Nachspiel, DJV begrüßt Ermittlungen / Neue Drohungen gegen Journalisten und Politiker, Brutalisierung als bundesweiter Trend, “Autonome Nationalisten”: Neues Outfit, alter Hass, Ein Schritt vor, zwei zurück, drei vor: NPD distanziert sich mal wieder vom “Schwarzen Block”, Lynchmob 2.0

3 thoughts on “Rangliste von Reporter ohne Grenzen: Rüge wegen Neonazi-Angriffe auf Journalisten

  1. Wenn die Gleichschaltung der Presse in der BRD vollzogen ist, dann ist die „Deutsche Stimme“ aus dem NPD-Verlag demnach eine Propagandazeitung der jüdischen Weltherrschaft? Und dann sind deren Redakteure wie Holger Apfel (Vorsitzender der NPD-Fraktion in Sachsen mit Sprachfehler), Andreas Molau (Spitzenwahlverlierer in Niedersachsen), Sascha Roßmüller (Führer einer bayerischen Splitterpartei) oder Jürgen Gansel (Goebbels reloaded, nur nicht so klein) wohl „Systemlinge“, welche in ihren Artikeln die amerikanische Besatzerpropaganda verbreiten. Und dann sind sie wohl auch deshalb erst in hohen Parteiämtern, weil auch die ganze NPD natürlich von den jüdisch-amerikanischen Besatzern gleichgeschaltet ist. Aha! Kein Wunder, dass dann bei denen Geld wegkommt, wenn die mit den Juden zusammen…

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