Thüringen: DVU zieht angeblich zurück

Die NPD hat im Machtkampf mit der DVU angeblich einen Sieg errungen: Der DVU-Bundesvorstand sei damit einverstanden, den „Deutschlandpakt“ zwischen den beiden rechtsextremen Parteien zu „modifizieren“, sagte eine DVU-Sprecherin der Frankfurter Rundschau. Mit dieser Vereinbarung haben die rechtsextremen Parteien die Bundesländer untereinander aufgeteilt und treten nicht gegeneinander an.

Es gebe grundsätzlich die Bereitschaft, im nächsten Jahr bei den Landtagswahlen in Thüringen auf eine Kandidatur zugunsten der NPD zu verzichten, sagte die DVU-Sprecherin demnach. Doch gemäß der Absprache halte die DVU an ihrem Antritt bei den Landtagswahlen 2009 in Brandenburg fest. Dort sitzt die DVU im Landtag. Bei der Kommunalwahl im September 2008 waren NPD und DVU beiden angetreten, in einem Kreis auch gegeneinander.

Kaum Chancen bei Wahlen im Westen

Schon lange wird spekuliert, wann die DVU von der NPD geschluckt wird. Allerdings gibt es auch Stimmen in der rechtsextremen Bewegung, die einen bürgerlichen Kurs, eine rechtspopulistische Partei als parlamentarischen Arm fordern, da die neonazistische NPD ganz offensichtlich bei Wahlen keine reale Chance hat. Selbst in Bayern, wo die CSU 17 Prozent verloren hatte, holte die NPD nur etwas mehr als ein Prozent der Stimmen. Dadurch nahm aber auch die Militanz der Neonazis, frustriert durch anhaltende Konflikte und die Erfolglosigkeit bei Wahlen, rapide zu.

Gesucht wird ein Spitzenkandidat

Die NPD-Basis fordert bereits seit Monaten einen Wahlantritt ihrer Partei in Thüringen, zuletzt hatte der Landesverband bereits Vollzug gemeldet. Wer als Spitzenkandidat antreten soll, ist noch unklar. Andreas Molau lehnte ein entsprechendes Angebot ab. Auch Peter Marx wurde als Kandidat gehandelt.

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