Literaturtipp: Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit

Andreas Klärner hat einmal mehr ein lesenswertes Buch zum Thema Rechtsextremismus veröffentlicht. Die Leistung seines neuen Werks mit dem Titel „Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit: Selbstverständnis und Praxis der extremen Rechten“ liegt darin, die Komplexität der rechtsextremen Bewegung darzustellen. Anhand eines Feldversuchs begab sich Klärner in die rechtsextreme Szene einer nordostdeutschen Stadt. Mit den lokalen Bewegungsunternehmern, Aktivisten und Mitläufern führte er längere Interviews, die Einblicke in die Motivation und das Denken der Akteure geben. Dies auch düe das Entwickeln von Gegenstrategien von elementarer Bedeutung, da die Differenzen in der rechtsextremen Bewegung genutzt werden können.

Einziger Kritikpunkt: Der Versuch liegt bereits einige Jahre zurück, die NPD ist mittlerweile – vor allem im Nordosten – von den „Freien Kameradschaften“ vereinnahmt worden, bzw. die Konflikte sind weit fortgeschritten. Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch.

Übrigens hat Klärner die Entwicklungen der vergangenen Jahre in einem Aufsatz unter dem Titel „Versuch und Scheitern einer taktischen Zivilisierung der extremen Rechten – Der Konflikt zwischen NPD, „Freien Kameradschaften“
und „Autonomen Nationalisten
““ aktuell aufgearbeitet. 

Siehe auch: Buchtipp: “Gegen Rechtsextremismus – Handeln für Demokratie” , Brauner Kleinkrieg, ‘Rechtsextreme Politiker können möglicherweise unerkannt bleiben – rechtsextreme Positionen aber sind erkennbar’

Interview mit Andreas Klärner: Ausländerfeindliche Überfälle: “Alles Fremde soll vertrieben werden!”