Bayern: Abtreibungsgegner distanzieren sich doch noch von Neonazis

Nachdem Neonazis, wie bereits vor Wochen öffentlich angekündigt, eine Veranstaltung von Abtreibungsgegnern unterstützt haben, distanzieren sich die „Lebensschützer“ nun von den Rechtsextremisten. Unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ hatten die „Lebenschützer“ zum jährlichen Gebetszug aufgerufen. Der Gruppe von rund 400 Abtreibungsgegenern schlossen sich laut tz 30 bis 40 Neonazis an. Eine „Lebensschützerin“ sagte der tz: „Den Inhalt ihrer Flugblätter kann man als christlich bezeichnen.“ Wenn man die völkische Ideologie weglässt, geht das vielleicht.

Präsident Hering wolle aber jetzt (!) klarstellen: „Leider war es der Polizei nicht möglich, diese Personen zu entfernen.“ Laut Gesetz dürfe sich einer Demonstration jeder anschließen und sogar die gegenteilige Meinung des Veranstalters vertreten. Hering: „Verbale Aufforderungen gegenüber den Rechtsradikalen blieben fruchtlos.“

Die Katholischen Nachrichten berichteten, EuroProLife verwahre sich „entschieden jede politische Instrumentalisierung dieses friedlichen Gebetszuges – von welcher Seite auch immer -, der seit 2001 jährlich unter den Augen der Münchner Polizei stattfindet“. Und weiter: „An dem Gebetszug nahmen auch Rechtsradikale teil, die nicht eingeladen waren und deren Ziel es auch nicht war, mitzubeten. Das Präsidium von EuroProLife brachte und bringt nochmals klar und deutlich zum Ausdruck, dass der Veranstalter sich von neonazistisch geprägten Gruppen und sonstigen ideologischen Trittbrettfahrern entschieden distanziert.“ Eine klare Abgrenzung zwischen den christlichen Betern und allen nichtchristlichen Ideologien sei für jeden sichtbar zutagegetreten, als „die Christen Gott um Erbarmen für alle seine Kinder anriefen und sich dabei sowohl auf der Luitpoldbrücke beim Friedensengel als auch an vier weiteren Stationen des Gebetsweges niederknieten“.

Anfang September hatte NPD-BLOG.INFO die „Lebensschützer“ auf die öffentlich geäußerten Absichten der Neonazis Aufmerksam gemacht und explizit auf die Web-Seiten der Rechtsextremisten hingewiesen. In einem Anwortschreiben vom 08. September 2008 hieß es dazu: „EuroProLife ist eine reine Gebetsvereinigung, die in keiner Weise politisch aktiv ist. Wir möchten betonen, dass wir unsere Veranstaltung als Gebetsprozession und nicht als Demonstration betrachten. Jeder, der von Herzen in diesem Anliegen mit uns mitbeten möchte, ist willkommen.“

Siehe auch: Völkische Familienpolitik: “Freie Nationalisten” unterstützen Abtreibungsgegner, Bayern: Abtreibungsgegner heißen “Freie Nationalisten” zum Mitbeten willkommen