Sinti und Roma fordern Absetzung von Tatort-Folge

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat die „Tatort„-Folge „Brandmal“ des WDR als diskriminierend kritisiert. Der Vorsitzende Romani Rose appellierte am Mittwoch an WDR-Intendantin Monika Piel, auf die Ausstrahlung am 19. Oktober in der ARD zu verzichten.

In dem Drehbuch, gegen dessen Verfilmung der Zentralrat schon im November 2007 protestiert hatte, werden Bürgerkriegsflüchtlinge der Roma aus dem Kosovo dargestellt, die ihre Kinder zu Taschendiebstählen zwingen. Dabei wird die ganze Palette an diskriminierenden Stereotypen über Roma aufgeführt, wie Kriminalität, Grausamkeit, Schmutz, Verwahrlosung, Primitivität oder Ausnutzung des Wohlfahrtsstaats. „Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte existiert eine politische und moralische Verantwortung für den Schutz unserer vom Rassismus extrem bedrohten Minderheit, der auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen gerecht werden muss“, verlangte der Zentralratsvorsitzende.

„Ich halte den Film für gefährlich, weil dort die Stigmata und negativen Klischees über die Roma- und Sinti-Minderheit bestätigt werden, für die es nach dem Holocaust und der Nazipropaganda – ähnlich wie gegenüber den Juden – immer noch einen besonders fruchtbaren Boden in unserer Gesellschaft gibt“, schrieb Rose an Piel. Man müsse den Machern des Films keine Böswilligkeit unterstellen, betonte er. Dennoch bestehe die Gefahr, dass Hass und Ablehnung gegenüber den Sinti und Roma geschürt würden.

Hier die Stellungnahme des Zentralrats.

Alle Meldungen zum Thema Antiziganismus.