NPD-Dementi: Frey wird nicht Kandidat für Bundespräsidentenamt

Die Berliner Zeitung hatte unter Bezug auf NPD-Vize Holger Apfel gemeldet, die Kür des DVU-Chefs Gerhard Frey zum Bundespräsidentschaftskandidaten von NPD und DVU stehe kurz bevor. Postwendend das Dementi der NPD. Laut einer Presseerklärung sagte Apfel:

Der Nachrichtenhunger mancher Journalisten führt manchmal dazu, daß sie Informationen aus einem Hintergrundgespräch völlig falsch interpretieren. Richtig ist nur, daß mich der Journalist Andreas Förster am Rande der von freien Kräften in Leipzig durchgeführten Kundgebung „Unsere Kinder – unsere Zukunft“ auf die kommende Bundespräsidentenwahl ansprach und mich fragte, ob ich Dr. Frey für einen respektablen Kandidaten hielte, was ich selbstverständlich bejahte. Ich fügte allerdings hinzu, daß die Gespräche mit dem Bündnispartner DVU noch nicht beendet sind und die Kandidatenfrage deshalb völlig offen sei. Wieso Herr Förster trotz meiner klaren Aussage dazu kommt, heute eine angebliche Bundespräsidenten-Kandidatur von Dr. Frey zu verkünden, ist mir schleierhaft.

Richtig ist aber, daß DVU und NPD mit einem eigenen Kandidaten an der Bundespräsidentenwahl teilnehmen werden. Es handelt sich dabei nicht um Gerhard Frey, der auf eine Kandidatur verzichtet. Inzwischen haben sich die Führungen von DVU und NPD intern auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigt, den die beiden Parteien zusammen zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen werden.

Dann versucht sich die NPD noch ein bisschen interessant zu machen:

Das Stimmverhalten von DVU und NPD in den weiteren Wahlgängen oder einer eventuellen Stichwahl steht noch nicht fest. Für Horst Köhler sprechen seine bejahende Position zur Ergänzung des Grundgesetzes durch direktdemokratische Elemente und seine kritischen Äußerungen zum Finanzblasen-Kapitalismus. Grundsätzlich erscheint es aber schwer vorstellbar, daß die nationalen Bündnispartner einem früheren geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds den Weg ins Schloß Bellevue bahnen. Gesine Schwan ist zwar insgesamt keine attraktive politische Alternative zu Herrn Köhler, steht DVU und NPD hingegen mit einigen ihrer sozialpolitischen Forderungen punktuell näher.

Siehe auch: Bundespräsidentenwahl: Frey-Nominierung steht offenbar bevor