Bayern: NPD und JN ziehen noch einmal alle Register

Mit einer hochgradig aggressiven, personalisierten Kampagne versuchen die Jungen Nationaldemokraten wenige Tage vor der Landtagswahl gegen den demokratischen Widerstand in Gräfenberg und Weißenohe vorzugehen: Mit einem vierfarbigen, aufwändig gestalteten Flugblatt, das in vielen Gräfenberger, Igensdorfer und fast allen Weißenoher Haushalten verteilt wurde, versuchen die Neonazis im Stil der SA die Sprecher des Bürgerforums Gräfenberg als Feinde der Gemeinschaft („nette Nachbarn“) zu denunzieren, wie das Forum in einer Pressemitteilung erklärt. Auf dem Flugblatt seien Porträtfotos der beiden abgebildet – aufgenommen bei einer Gegendemonstration im letzten Jahr. Der entsprechende verleumderische Text ist auf den Seiten der JN nachzulesen.

Zudem hätten die Neonazis für den 26. September 2008 einen Aufmarsch in Weißenohe angemeldet. Dieser soll unmittelbar an der Haustür der beiden Sprecher des Bürgerforums vorbeiführen. Die Absicht der JN sei klar, schreibt das Bürgerforum: Die Aktiven in Gräfenberg und Weißenohe (und in der Region) sollen massiv eingeschüchtert und ein Keil zwischen das Bürgerforum und die Bevölkerung getrieben werden.

Vereine und politisch Verantwortliche in Weißenohe und Gräfenberg rufen zu einer Gegenveranstaltung am 26. September auf. Weißenoher, Gräfenberger und Jugendmannschaften aus umliegenden Gemeinden veranstalten auf den Straßen Weißenohes ein Streetsoccer-Turnier unter dem Motto „Großes Fussballstraßenturnier für Solidarität mit den netten Nachbarn und Demokratie“. Das Bürgerforum Gräfenberg beteiligt sich mit einem politischen Informations- und Musikpodium an der Veranstaltung. Die Bürgermeister und Vereine Weißenohes, die Gräfenberger Bürgermeister sowie alle engagierten Demokraten der beiden geplagten Gemeinden bitten um Zeichen der Solidarität und um eine rege Teilnahme an einer deutlichen Absage an den Nazi-Terror.

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