Nachtrag zum Thema “Homophobe Hetze in Berliner Anzeigenmagazin”

Der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats, Günter Piening, hat laut ufuq.de für Oktober 2008 einen runden Tisch mit islamischen Vereinen angekündigt, bei dem es um Vorurteile gegen Homosexuelle vor allem bei Einwanderergruppen gehen soll.

Anlass war der Protest des Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg gegen homophobe Aussagen in arabischen bzw. islamischen Publikationen: In einem Beitrag des Berliner Anzeigenblatts Al-Salam, der auch auf einer Vielzahl von arabischen Internetseiten kursiert, sowie auf dem international bei jungen Muslimen sehr bekannten islamistischen Internetportal IslamOnline wurden Homosexuelle unter anderem als Verbrecher und als Gefahr für die Gesellschaft diffamiert.

ufuq.de reagiert auf die fortwährenden Debatten um Parallelgesellschaften, „home-grown terrorists“ und Islamophobie. Bei allen Konflikten, die sich in Politik und Alltag durch eine „Einbürgerung des Islam“ ergeben mögen, ist uns eines wichtig: Es geht nicht um die Frage, ob dieser Prozess stattfindet, sondern darum, wie er gestaltet werden kann. Daher ist unser Vereinsname ufuq.de Programm: „ufuq“ heißt auf arabisch und türkisch „Horizont“.

Ufuq bat zudem einige islamische Vereine und Organisationen um eine Stellungnahme zu religiös begründeten Diffamierungen von Homosexuellen. Damit sollte nicht suggeriert werden, dass womöglich Muslime per se ein Problem mit Homosexualität haben. Auch sollten nicht die islamischen Vereine für die Aussagen anderer Muslime verantwortlich gemacht werden.

Auf unsere Anfrage reagierten Ayman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), sowie mehrere Berliner islamische Vereine, die sich zu einer gemeinsamen Stellungnahme zusammen fanden. Für den ZMD schrieb Ayman Mazyek in einer kurzen Mitteilung: „Die Haltung der Religion des Islam zur Homosexualität wird von Aussagen des Koran bestimmt; darin verurteilt der Koran Homosexualität als vom islamischen Natur- und Menschenbild abweichend, knüpft daran jedoch keine konkrete Strafe in Leben.“

Weitere Stellungnahme bei ufuq.

Siehe auch: Hetze gegen Schwule – Anzeige gegen “al Salam”, Nazis und Islamisten: Trotz des gemeinsamen Feindes – zu viel Hass für Kooperation, Falscher Vergleich, richtiges Ergebnis, Analyse: Extreme Rechte & Islam, “Homophobie wird wieder salonfähig”, Tschechien: 20 Verletzte bei Nazi-Attacke auf Gay-Parade, Berlin-Reinickendorf: Schwule und Nazis unerwünscht…