Hetze gegen NS-Widerstandskämpfer: NPD-Aktivistin vor Gericht

Wegen „Verunglimpfung des Staates“ ist laut einem Bericht des Reutlinger General Anzeigers eine NPD-Aktivistin aus Bisingen vor dem Hechinger Amtsgericht angeklagt. Die Verhandlung finde am 22. September statt. Die Anklage der Staatsanwaltschaft bezieht sich dem Bericht zufolge auf eine Flugblatt-Aktion des NPD-Kreisverbandes Zollernalb am Rande der Uraufführung des Stücks „Georg Elser – Allein gegen Hitler“ im Melchinger Theater Lindenhof am 28. Februar dieses Jahres. Während Georg Elser als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime künstlerisch gewürdigt wurde, legten die Rechtsextremisten im Theaterfoyer einen Stapel mit Flugblättern aus, in denen Elser „durch den braunen Schmutz gezogen“ werde.

Die NPD denunzierte den Schreiner von der Ostalb wörtlich als Terroristen, der den „demokratisch gewählten Reichskanzler Adolf Hitler“ ermorden wollte. Dass Elser heute als Vorbild „bejubelt“ werde, werteten die Rechtsextremen als Indiz dafür, „wie sehr dieses BRD-System schon verkommen“ sei. Die angeklagte NPD-Aktivistin war auf dem Papier als „verantwortlich im Sinne des Presserechts“ genannt. Georg Elser war nach seinem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller von den Nationalsozialisten verhaftet und nach fünf Jahren im KZ kurz vor Kriegsende erschossen worden.

Siehe auch: Zum 100. Geburtstag von Georg Elser„Ich habe den Krieg verhindern wollen“ – eine Dokumentation über Elser, Georg-Elser-Arbeitskreis