Bayern: NPD irgendwo zwischen null und zwei Prozent

Den jüngsten Umfragen zufolge muss die CSU bei der Landtagswahl am 28. September 2008 damit rechnen, ihre Mehrheit zu verlieren. Laut Infratest dimap liegt die CSU bei 47 Prozent. Könnte aber dennoch für eine alleinige Regierung reichen, sollte die Linkspartei den Sprung in den Landtag verpassen, zurzeit liegt sie bei vier Prozent.

Weit entfernt vom Sprung in den Landtag ist die NPD. Die sonstigen Parteien kommen der Umfrage zufolge gemeinsam auf vier Prozent, daunter befindet sich die NPD, aber auch Reps, ÖDP, Bayernpartei, Rentnerpartei und weitere. Somit dürfte bereits eine Schätzung von zwei Prozent für die NPD äußerst optimistisch sein, wahrscheinlich kämpfen die Rechtsextremisten eher darum, die Ein-Prozent-Hürde zu überklimmen.

Ein Prozent als magische Grenze

Die Chancen der NPD bei der Landtagswahl hatte der Vizepräsident des bayerischen Verfassungsschutzes, Franz Gruber, bereits als sehr gering eingeschätzt: “Wir gehen nicht davon aus, dass die NPD über ein Prozent der Stimmen kommt. Auch die Zahl der hartgesottenen Unterstützer ist überschaubar. Die NPD sucht ihren Erfolg in der Provokation.” Allerdings wäre ein Prozent bereits ein Erfolg für die Rechtsextremisten, da sie somit Anspruch auf Wahlkampfkostenerstattung hätten.

Übrigens geht die NPD unter anderem mit der Forderung nach der Abschaffung des Rauchverbots in den Wahlkampf, auch in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern erhebt man diese Forderung immer wieder. Bemerkenswert, da die NPD doch sonst so um die „Volksgesundheit“ bemüht erscheint. Aber offenbar stellt die angeblich so antikapitalistische Partei die Profitinteressen von Wirten und internationalen Tabakkonzernen über die Gesundheit der Bundesbürger. Also wirklich!

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