Aufruf Zusammen gegen den Al Quds-Tag – gegen antisemitische und antiisraelische Hetze

Seit 1979 rufen islamistische Organisationen jedes Jahr zum Ende des Fastenmonats Ramadan weltweit zu Al Quds-Aktivitäten auf. Dabei beziehen sich die VeranstalterInnen auf den Aufruf des damalige iranischen Revolutionsführers Ajatollah Khomeini, der seine Anhänger zur „Befreiung“ Jerusalems und zur Vernichtung Israels aufforderte. Dieser Tradition folgend wütet der derzeitige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad seit Jahren gegen das Existenzrecht Israels. Gleichzeitig unterstützt das Mullah-Regime mit finanziellen und materiellen Mitteln Aktivitäten radikaler, antisemitisch ausgerichteter Organisationen gegen Israel und seine Verbündeten.

In Berlin wird für den 27. September 2008, wie fast jedes Jahr seit 1996, zu einer Al Quds-Demonstration mobilisiert. Die Zielsetzung ist dabei klar: „Zerstörung des zionistischen Staates“. Dabei legen die Organisatoren besonderen Wert auf die Instrumentalisierung des Israel-Palästina-Konfliktes, um die antiisraelische, antisemitistische und antiamerikanische
Ausrichtung zu kaschieren.

Trotz unterschiedlicher Meinung zu den Konflikten im Nahen Osten rufen die Organisatoren, Unterstützer und Unterstützerinnen zu einer Gegenkundgebung auf. Diese richten sich gegen:

– die Delegitimierung des Staates Israels
– antisemitische, antiisraelische und antiamerikanische Hetze
– gegen jegliche Menschenrechtsverletzungen durch das iranische Regime
– Diskriminierungen und Kriminalisierungen von muslimischen Menschen und anderen MigrantInnen
– die Verwendung von Religionen zur Mobilisierung, als Rechtfertigung und zur Ausübung von Gewalt und Krieg
– jede Art des Fundamentalismus
– jeden Versuch den Holocaust zu leugnen oder zu relativieren

Zeigt mit uns Euren Protest gegen den internationalen Al Quds-Tag am 27. September 2008 ab 13.00 Uhr auf dem Berliner Breitscheidplatz (Ausweichort: Schlüter-/ Ecke Kantstraße).

Wer die Vernichtung Israels fordert, kann nicht für Frieden eintreten!

Gemeinsamer Feind: Die Juden und die USA

Experten sehen mehrere Punkte, in denen sich rechtsextreme und islamistische Ideologie überschneiden: der radikale Antisemitismus und Antizionismus sowie die damit verbundenen Verschwörungstheorien, die eine von den Juden kontrollierte Weltmacht USA konstruieren. Weiterhin sind die Ideologien von ausgeprägten autoritären Denkmustern bestimmt und sehen „den“ liberalen Westen als Feindbild. Trotz der gemeinsamen Feindbilder gibt es viel Trennendes. Vor allem der rechtsextremen Basis ist eine “Querfront” mit Islamisten kaum zu vermitteln. Zu stark sind die rassistischen Ressentiments verbreitet. In den vergangenen Jahren hatten vereinzelt Neonazis an al-Quds-Aufmärschen teilgenommen, um eine antisemitische Querfront zu schmieden.

Siehe auch: Gegen den al-quds-Tag, Die Kontakte zwischen Neonazis und Islamisten