Debatte: Brutalisierung und Modernisierung bei Neonazis?

Der Jugendforscher Klaus Farin hat in einem Interview mit der Jungle World behauptet, es gebe bei Neonazis weder einen Trend zur Brutalisierung noch eine Modernisierung. Dazu einige Anmerkungen:

Frage: In den vergangenen Wochen fällt im Zusammenhang mit rechten Gewalttaten immer wieder das Schlagwort der „Brutalisierung“. Der Bremer Verfassungsschutz beispielsweise spricht von einem Rückgang rechter Gewalttaten bei gleichzeitigem Anstieg der Brutalität. Teilen Sie diese Beobachtung?

Eigentlich nicht. Ich halte das für genauso falsch wie die Behauptung, dass die Jugend immer brutaler wird. Es sind lediglich ein bis zwei Prozent der Gewaltstraftäter, die offenbar brutaler vor­gehen, darunter nur ein verschwindender Teil Jugendlicher. Die Medien sind immer schnell dabei, von steigender Gewalt zu sprechen. Dabei gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe äußerst brutaler rechter Gewalttaten. Da wurden Leute ertränkt, weil sie blond gefärbte Haare hatten. Bereits 1985 wurde ein Türke mit einer Gehwegplatte erschlagen, ein anderer vor die Straßenbahn getrieben.

Im Vergleich zu Anfang der 1990er sind die Verhältnisse geradezu paradiesisch, da nicht jede Woche ein Haus brennt oder ein Bürger-Mob gegen Flüchtlinge vorgeht. Dennoch gibt es tausend rechtsextrem motivierte Gewalttaten jährlich, hunderte Opfer. Selbstverständlich gab es immer brutale Gewalt von Rechts, zuletzt war aber ein Anstieg der Gewalttaten zu erkennen, während die Gesamtzahl der Delikte abnahm. Dazu kamen besonders brutale Taten in Hessen und Sachsen-Anhalt. Dies legt die Schlussfolgerung nah, dass es eine Brutalisierung gibt. Die organisierten Neonazis scheinen jetzt wieder eher auf die Option militante Aktionen, beispielsweise bei Demonstrationen, zu setzen.

Dass die Jugend immer gewalttätiger wird, wurde in diesem Zusammenhang auf NPD-BLOG.INFO stets abgestritten. Während des rassistischen Wahlkampfs in Hessen wurden diverse Artikel veröffentlicht, die das Gegenteil behaupteten. Dass die Jugend immer dümmer und gewalttätiger werde, ist altersbedingter Kulturpessimismus, den ich nicht teile (auch wenn ich beim Anblick dieser Hiphop-Hosen schon das Bedürfnis verspürt habe, den jungen Leuten die Büx mal hochzuziehen…) 

Frage: Derzeit wird aber davon geredet, dass die ­Gewalt der Nazis immer willkürlicher werde. Opfer seien nicht mehr nur eindeutig Linke, Ausländer etc.

Das ist einerseits richtig, andererseits hatten die Nazis schon immer ein sehr großes Reservoir an Feindbildern. Es reichen eine Brille oder ein bisschen zu lange Haare. Jeder, der nach Skater oder HipHopper aussieht, sprich »undeutsche« Kultur verkörpert, ist in bestimmten Gegenden vor Nazis nicht sicher. Ein Großteil der Neonazis hat ein Gewalt- und ein Alkoholismusproblem. Das ist überhaupt der Grund, warum diese Leute sich bevorzugt in dieser Szene finden und nicht unter Theologie-Studenten. Das Kennzeichen der militanten rechten Szene ist ja gar nicht das Politische, sondern der gelebte Sozialdarwinismus, die gelebte Rambo-Kultur.

Keine Einwände, bis auf die Einschränkung, dass es sich bei Sozialdarwinismus durchaus um eine ideologische Komponente handelt, die sich beispielsweise auch im Elitedenken wiederfindet – also auch politisch ist. In der rechtsextremen Bewegung tummeln sich sowohl wenig politisierte Kleinkriminelle, aber eben auch geschulte „politische Soldaten“. Hier muss unterschieden werden. Weiterhin gibt es möglicherweise mehr Gewalt gegen alternative Jugendliche, weil sich diese Szenen mittlerweile stärker entwickelt haben. Allerdings müsste hier auch zwischen Stadt und Land differenziert werden, Leipzig lässt sich schwer mit Pasewalk vergleichen.

Frage: Trotzdem wurde in den vergangenen Jahren die Organisation der Autonomen Nationalisten (AN) stärker. Entwickelt sich diese Organisation zum Vorbild für jugendliche Rechte?

Ja, aber sie werden häufig überschätzt. Ohne das gleichzusetzen zu wollen, aber der schwarze Block in Göttingen hatte auch eine clevere PR-Strategie, war aber nie repräsentativ für die autonome Szene. Die AN sind politisch, strategisch und clever, aber eine kleine Gruppe, wie im Übrigen der gesamte organisierte Bereich. Es gibt knapp 10 000 organisierte, militante Rechts­extremisten. Aber es gibt weit über 100 000 Jugendliche in rechten Schlägercliquen.

Unabhängig davon, ob diese Zahlen stimmen (ich meine, es gibt mehr als 10.000 organisierte Rechtsextremisten, allein die NPD hat mehr als 7000 Mitglieder, dazu kommen DVU, Kameradschaften, Rechtsrock-Bands, Pro-Bewegungen). Aber selbst ein Organisationsgrad von zehn Prozent ist für eine (rückwärts gewandte) soziale Bewegung durchaus ausreichend.

Dass die AN überschätzt werden, ist ein neues Phänomen, denn bis zum 01. Mai 2008 hatte die Öffentlichkeit inklusive Verfassungsschutz diese so gut wie gar nicht auf dem Schirm. So sprach der Verfassungsschutz lange Zeit von einer kleinen Randerscheinung mit etwa 200 Leutchen. Dass die Medien solche Moden dankbar aufgreifen, ist zutreffend.

Hat deren Anzahl [rechte Schläger]in den vergangenen Jahren zugenommen?

Nein. Ich würde eher das Gegenteil behaupten. Wenn man früher durch den Oranienburger Bahnhof gelaufen ist, musste man durch ein Spalier von Nazis gehen. Heute sitzen da Punks oder Skater. Im Osten hat zum Teil eine Rück­eroberung des öffentlichen Raumes stattgefunden. Der Nazi gilt auch unter den Jugendlichen im Osten nicht mehr als so cool.

Auch hier fehlt eine Unterscheidung zwischen Stadt und Land. Es hat sicherlich in vielen Orten so etwas wie eine räumliche Aufteilung gegeben, wie auch das neue Buch von Andreas Klärner zeigt, in bestimmten Straßen oder Ortsteilen haben Nazis das Sagen, in anderen haben sie wenig zu melden. Zudem geht es ja nicht nur um das Auftreten, sondern auch um Einstellungen. Allerdings hat Farin sicherlich viel Ahnung von der Materie, sollte es eine Rückeroberung des öffentlichen Raums geben, wäre dies sehr erfreulich. Auch die vielfältigen Aktionen gegen Neonazis zeigen, dass diverse Subkulturen entstanden sind und stärker werden. Letztendlich ist dies die wichtigste Entwicklung, um den Rechtsextremismus zurückzudrängen.

Frage: Nazis im autonomen Look haben also keine Chance, die neue Nazi-Subkultur zu werden?

Die Behauptung, dass die Nazis sich modernisieren, ist ein Mythos. Guckt man sich in rechten Jugendclubs oder auf Demos um, sieht man Skinheads und normal Gekleidete. Die drei rechten Iro-Träger, die es gibt, kennt man inzwischen. Man trifft in der rechten Szene keine Skater oder HipHopper, weil das die Gegner sind, weil das »undeutsche« Kultur ist. Die vermeintliche Modernisierung, die die Rechten gerne proklamieren, wird peinlicherweise von Teilen der Antifa, den Medien und auch dem Verfassungsschutz als Wahr­heit behandelt. Dabei ist das so, wie wenn die NPD ständig behauptet, dass sie einen enormen Zuwachs an Frauen hätten. Natürlich sind Organisationen wie die AN darum bemüht, ein zeitgemäßes Auftreten zu inszenieren, aber es gibt dafür keine ausreichende Klientel. Nazis modernisieren sich nicht. Eein gewöhnlicher Rechter will dort sein, wo er nicht auf »Negermusik« trifft, wo nichts Fremdes durch die Türe kommt und alles beim Alten bleibt. Eine wirkliche Modernisierung der Nazis würde doch dazu führen, dass sich ihre Klientel auflöst.

Farin hat dahingehend recht, dass die Skinhead-Mode längst nicht so out ist, wie es oft behautet wird. Das Outfit ist ja auch sehr funktional für die Bedürfnisse der Nazis. Gleichzeitig schert auch hier Farin alles über einen Kamm: Osten und Westen, Städte und Dörfer, Kader-Nazis und Saufglatzen. Bei der Nazi-Demonstration am 01. Mai in Hamburg erschienen die Nazis aus Brandenburg größtenteiles im Skinhead-Outfit, die Nazis aus dem Westen waren kaum als solche zu erkennen. Und dies war die Mehrheit. Auch bei anderen Neonazi-Aufmärschen, zu denen eben eher organisierte Rechtsextremisten erscheinen, prägen mittlerweile nicht mehr Skinheads das Bild. Bei Rechtrock-Veranstaltungen sieht dies schon wieder ganz anders aus. In einer sozialen Bewegungen gibt es für die unterschiedlichen Akteure eben auch unterschiedliche Aktionsformen. Dies macht eine soziale Bewegung aus.

Und die rechtsextreme Bewegung modernisiert sich – in Teilen – ständig. Dies fing schon in den 1980ern an, als erste Rechtsrock-Bands auftauchten. Dies war eine der Voraussetzungen dafür, dass überhaupt eine solche Bewegung entstehen konnte. Allerdings beschreibt Farin zutreffend den strukturellen Konflikt, der sich für die Neonazis durch die Öffnung für neue Strömungen ergibt. Denn ihrer Ideologie folgend müssten sie ja alles ablehnen, was ihre eigene deutsche Kultur aufweicht, verwässert (Stichwort: „multikultureller Einheitsbrei“). Daher können Rechtsextremisten auch nicht genau definieren, was ihre Kultur überhaupt ist, noch nicht einmal, welche Musik, welche Literatur und welche Speisen dazugehören. Eine Debatte darüber wird vermieden.

Könnte die politische und militante Radikalisierung der rechten Szene durch die an eine Entwicklung in Richtung rechter Terror nehmen?

Es gibt immer Durchgeknallte. Aber für ein politisches Konzept von rechtem Terror sind die Nazis zu dumm und haben zu viele Denunzianten in den eigenen Reihen. Wenn das klappt, dann nur mit Hilfe des Staatsschutzes. Allerdings kann eine Radikalisierung aus einem Ohnmachtsgefühl heraus derzeit durchaus erfolgen, weil der parlamentarische Erfolg der Rechten ausbleibt, und das hat immer wieder zu solchen Entwicklungen geführt.

Da habe ich nichts zu meckern.

Was meinen die Leser: Gibt es eine Modernisierung der rechtsextremen Bewegung? Wenn ja, auf welchen Gebieten?

16 thoughts on “Debatte: Brutalisierung und Modernisierung bei Neonazis?

  1. Also, zunächst meine ich, dass von einer rechtsextremen Bewegung gesprochen werden muss – im Sinne einer sozialen Bewegung. Dies ist wichtig, um zu verstehen, warum es so viele verschiedene Organisations- und Aktionsformen gibt.

    Daher halte ich die Argumentation von Farin für zu allgemein, es gibt nicht „den“ Rechtsextremismus, sondern es gibt Saufglatzen, „politische Soldaten“, Parteifunktionäre, rechte Intellektuelle, politisierte Gewalttäter usw.

    Ich habe den Eindruck, Farin spricht hauptsächlich über subkulturell geprägten Rechtsextremismus, dort ist sicherlich wenig Modernisierung zu erkennen, bei den Nazi-Glatzen handelt es sich größtenteils um Mischszenen, geprägt von Musik, Saufen, Fußball und ein bisschen „Politik“, also zumeist Hass und ausgelebten Sozialdarwinismus. Doch die Erfolge der NPD lassen sich damit nicht erklären, die völkische Partei hat selbstverständlich neue Strategien entwickelt. Und dabei bedient sie sich auch, soweit möglich, der Kooperation mit „Freien Kräften“.
    Diese haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass sie in kleinen Zellen organisiert viel mehr erreichen können, als früher unter einer Partei wie der FAP. Die Akteure haben viele Freiheiten und werden mucken auf, wenn in der NPD jemand ihnen erzählen will, was sie tun sollen. Das meine ich mit veränderte Ideologie. Und die zahlreichen Konflikte zwischen NPD und „Freien Kräften“ könnten auch ein Zeichen dafür sein, dass die „parteifreien“ Neonazis inzwischen weniger autoritär geprägt sein könnten. Was natürlich komplett ihrem Nazi-Kult widerspricht. Hier würde sich die Ideologie dann tatsächlich auflösen.

  2. Patrick, Du glaubst doch wohl selber nichts von dem was Du da schreibst ?
    Ich kann beim besten willen Deinen Ausführungen nicht mehr folgen.
    Nur soviel noch: Die „Freien Kräften“ wie Du sie jetzt nennst, sind niemand anderes als die rechtsradikalen Kameradschaften, die auf Veranstaltungen und Demonstrationen immer zusammen mit der NPD auftreten. Und es sind die Abteilung der „Freien Kräften“ die den Rechtsrock-Bands zu Füssen liegen, sich ihre Köpfe mit Hassliedern aufladen um dann in bierseliger Laune diesen Hass in die Tat umsetzen. Hier löst sich die Ideologie keineswegs auf, hier wird die nationalsozialistische Ideologie verherrlicht und somit gefestigt.
    Das Blog gerät in ein Schieflage!

  3. Hallo Charly,
    die „Freien Kräfte“ treten mitnichten immer mit der NPD zusammen auf, sondern veranstalten zunehmend ihre eigenen Demonstrationen (siehe jüngst Dortmund). Diese Neonazi-Banden haben genügend Einfluss, um die NPD massiv unter Druck zu setzen, man denke hier an den Streit um die Autonomen Nationalisten oder die Busse-Beerdigung. Viele „Freie“ sind auch in die NPD eingetreten und ´haben ganze Landesverbände übernommen (siehe MVP). Ob diese Nazi-Kader alle Rechtsrock hören, bezweifel ich. Es sind eher Strategen, die Rechtsrock einsetzen, um Nazi-Skins an sich zu binden.
    Man tut sich keinen Gefallen damit, die Dinge zu vereinfachen. Es gibt verschiedene Ebenen und Akteure in dieser Bewegung – einige haben sich modernisiert, andere nicht.
    Grüße
    Patrick Gensing

  4. Hallo Ihr Zwo…
    Wenn man die Zusammenarbeit von NPD und „Freien Kräften“ als Modernisierung interpretieren will, dann ist das vielleicht zulässig. Auch die Werbung bei Jugendlichen über Musik, das sehe ich nun ein und kann den Standpunkt nachvollziehen. Beides bezieht sich aber nur auf Strategien. Die Szene selbst aber modernisiert sich kaum, Ausnahme folgt gleich….
    Auch hat die NPD deutlich gemacht, dass sie ein solches Bündnis gerne wieder aufkündigen würde, wenn sie nur stark genug wäre. Es wird also bei einem ungeliebten Zweckbündnis bleiben.

    Jetzt zur Ausnahme: Als „Modernisierung“ im Sinne von Innovation könnte man vielleicht die Kameradschaften bezeichnen, welche es früher nicht gab. Sie haben sich entfaltet, als ein NPD-Verbot drohte und man nach Auswegen suchte, alternative Strukturen zu schaffen. Früher war man entweder größer organisiert oder gar nicht. Aber auch das lehnte sich nur an das bewährte Konzept der Antifa an, welche lokale Gruppen ohne Mitgliederlisten und Kassenwart und Vereinsstatus bildete. Ohne Vorbilder aus der linken Szene haben die Nazis nie etwas geschaffen.
    Die gesamte Szene hat jedoch erkannt, dass Zusammenarbeit sie stärkt und sie durch ihre Sektiererei in den letzten Jahrzehnten erfolglos war. Paralleles gilt übrigens auch für die linke Szene, die aus verschiedenen kommunistischen Parteien, Autonomen, Anarchisten, gemäßigten Linken usw. oft schwer zueinander findet. Die Differenzen bei den Nazis wurden aber nicht beseitigt, sondern nur unterdrückt. Und das wird nur so lange anhalten, wie Wahlerfolge erreicht werden, kommunal oder auf Landesebene. Lassen die Erfolge nach, geht das Hauen und Stechen garantiert wieder los.

    Im Gegensatz meine ich aber schon, dass es „den“ Rechtsextremismus gibt: Die ideologische Basis ist immer dieselbe und man glaubt an dasselbe. Die Außendarstellung und auch das radikale oder gemäßigte Vorgehen sowie der Grad der Politisierung unterscheiden verschiedene Gruppen voneinander – einverstanden. Da diese einzelnen „Pflanzen“ aber alle aus demselben „Topf“ wachsen und zur Kooperation bereit sind, möchte ich keine Trennlinie dort ziehen, wo die Übergänge sowieso fließend sind. Schließlich finden sich „autonome“ Nationalisten und Skinheads in der NPD, Kameradschaften auch, es bestehen Kameradschaften aus ANs oder Skinheads oder bürgerlich aussehenden Nazis, die es auch wieder in der NPD gibt. Alle können mehr oder weniger politisiert und gefestigt sein.
    All das ist ein großer Kessel Buntes, der sich nach Belieben mischen lässt. Wie sollte man bei all den Freiheitsgraden sortieren? Daher ist es eher eine Szene, die man als solche betrachten sollte. Man wird mit keiner Aussage alle Nazis gleichermaßen beschreiben, aber eine Ordnung nach Kategorien zu schaffen, scheint meiner Ansicht nach kaum möglich. Denn: Wo endet der Mitläufer und begintn der Fanatiker? Schwer zu sagen. Sind „Bürgerliche“ friedvoller als Skinheads? Leute wie Pastörs wohl kaum. Wie ordnet man Nazis ein? Sie überschreiten selbst nicht selten die Grenzen vom Skinhead zum AN zum Bürgerlichen und zurück. Alles ist in Bewegung, nur die Ideologie ist konstant. Darum sollte man sich nur daran orientieren, finde ich, sonst geht man der (modernen?) Beliebigkeit der Szene auf den Leim

  5. Allein die Tatsache, dass man sich im rechten Raum nach wie vor permanent mit Argumenten von Reichsideologen konfrontiert sieht, schließt eigentlich eine Modernisierung der Ideologie aus. Auch die anhaltende bedingungslose Glorifizierung aller Aspekte des dritten Reiches spricht dagegen. Jedoch werden die Stimmen dagegen in der Szene lauter. Auch Rechte sind in der Lage differenziert zu betrachten und Negatives in der Geschichte ihrer Ideologie zu erkennen, um dies gemäßigt zu verpacken.
    Ich bin schon häufiger auf junge Rechte gestoßen, die versuchen die nationalsozialistische Ideologie mit der heutigen humanistischen Ansicht zu vereinbaren, auch wenn sie in der Regel nicht wissen wie das funktionieren soll. Punkt ist aber, dass sich nicht jeder Rechter vom Grundgesetz und der BRD abwendet und heimlich von Adolf Hitler in Begleitung von Dirndl tragenden Frauen träumt.
    Andererseits zeigt Kevin Schnipkoweit deutlich, dass auch Vorzeige-ANs, die angeblich vom Nationalsozialismus nicht viel wissen wollen, dafür aber den nationalen Sozialismus predigen, ohne diese Begriffe voneinander abgrenzen zu können, zuhause Reichsflaggen haben und im Keller heimlich den Hitlergruß üben können.
    Hat sich nun die Rechtsextreme in Deutschland modernisiert? Nö. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass es durchaus entsprechende Strömungen unter Ihnen gibt und der Prozess läuft. Spätestens, wenn diese ihren Einfluss auf die Strategen ausweiten, sollte man sich diese Frage erneut stellen.

    Gruß,
    Parteiloser

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