Thüringen: Polizei rechnet mit 1000 Rechtsextremisten beim “Fest der Völker”

Zum „Fest der Völker“ – veranstaltet von Neonazis aus Deutschland – werden nach Medienberichten etwa 1000 Rechtsextremisten in Altenburg erwartet.  Gleichzeitig würde bei einer Gegenkundgebung unter dem Motto „Altenburgs Zukunft ist bunt – nicht braun“ mit rund 1.500 Teilnehmern gerechnet, berichtete der mdr mit Bezug auf Polizeiangaben.

Das „Fest der Völker“ findet nach 2005 und 2007 nun zum dritten Mal statt. 2006 wurde es verboten, da wegen der WM offenbar zu wenig Polizeikräfte zur Verfügung standen. Bei der Veranstaltung werden mehrere Bands spielen und Anhänger der rechtsextremen Szene aus ganz Europa sprechen, unter anderem der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger.

Am 09. September 2008 hatten die Oberbürgermeister von Altenburg und zehn weiteren Städten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu friedlichen Protesten gegen die Veranstaltung aufgerufen. Darin hieß es:

Für den 13. September 2008 planen die NPD und ihr nahe stehende Gruppierungen, in Altenburg ein sogenanntes “Fest der Völker” zu veranstalten. Es handelt sich dabei um den zynischen Versuch, demokratische Werte der politischen Pluralität, der individuellen Freiheit und des Dialogs zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung, religiösem Bekenntnis und ethnischer Abstammung mittels dieser Wortwahl in ihr Gegenteil zu verkehren: in Nationalismus, Rassismus und totalitaristische Ideologie. Das alles geschieht in einem gedanklichen Umfeld, das von der Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verharmlosung der in seinem Namen begangenen Verbrechen bestimmt ist.

Das “Fest der Völker” ist ein europaweites Treffen von Neonazis. Das nach dem ersten Teil des Olympiafilms von Leni Riefenstahl benannte Musikfestival fand 2005 und 2007 in Jena statt, in diesem Jahr ist erstmals Altenburg Veranstaltungsort. Für NPD und andere völkische Organisationen handel es sich um ein extrem wichtiges Treffen, um die internationalen Kontakte zu pflegen und auszubauen. Der innenpolitische Sprecher der Linken im Thüringer Landtag, Roland Hahnemann, bezeichnete die Großveranstaltung als eines der wichtigsten Vernetzungstreffen der europäischen Neonazi-Szene.

Im vergangenen Jahr waren etwa 1400 Rechtsextremisten aus mehreren Ländern bei der Veranstaltung. Die Rednerliste umfasste Udo Voigt (NPD-Chef), Bojan Rassate (BG), Zsolt “Elek” Illés (HU), Stephen Swinfen (ENG), Nick Giohalas (GR), Constant Kusters (NL), Dan Eriksson (SE), Arseni Bilodub (UA), Giordano Caracino (IT), Martin Janda (CZ), Karsten Thomas (AT), Andreas Meier (CH), Gottfried Küssel (AT), Phillippe Brennenstuhl (CH).

Siehe auch: Tschechisches “Fest der Völker” geplant, “Fest der Völker”: NPD sucht offenbar noch nach Veranstaltungsort, Thüringen: “Queen Classic Night” statt “Fest der Völker”?, “Fest der Völker” am 13. September – offenbar nicht in Jena