Kemna räumt Veruntreuung ein

Der ehemalige Schatzmeister der NPD hat laut Münsterländischer Volkszeitung wie bereits erwartet zugegeben, seine Partei um rund 750.000 Euro betrogen zu haben. Vor dem Landgericht in Münster bezeichnete er die Vorwürfe als „im Kern zutreffend“.  Er habe das Geld gebraucht, um die finanzielle Schieflage seiner Wiechmann Küchen GmbH auszugleichen. Er habe der NPD aber nicht schaden wollten, ließ der Ladbergener von seinem Anwalt erklären. Nach über sieben Monaten in Untersuchungshaft habe sich seine Sicht auf seine Straftaten geändert. „Ich meinte, dass ich alles, was ich tue, zum Wohl meiner Partei tue.“

Vollmacht über alle Gelder

Der Ladbergener soll eine vollständige Vollmacht über die Gelder der rechtsextremen Partei besessen haben. „Eine Kontrolle durch die NPD fand praktisch nicht statt“, meinte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt. Das hat auch der Parteivorsitzende der NPD, Voigt, bestätigt. Kemna sei der einzige in der NPD mit einer Kontovollmacht gewesen. „Ausschließlich der Schatzmeister hat die Gelder der Partei bewegt“, hat der Vorsitzende den Ermittlern erklärt.

Damit dürfte die Luft für NPD-Chef Voigt immer dünner werden, denn als Parteichef hatte er die Veruntreuung über Jahre nicht bemerkt.

Siehe auch: Prozess gegen Ex-Schatzmeister der NPD: “Guter Kamerad” oder schlechter Betrüger?