Brandenburg: Erneute Ermittlungen gegen NPD-Kandidaten

Den Lacher der Woche hat sich NPD-Pressesprecher Klaus Beier verdient. Sollte das News-Portal Der Westen den NPD-Funktinär aus Brandenburg richtig zitiert haben, hatte Beier tatsächlich behauptet:

Wir haben unsere Leute im Griff. Wir lehnen Gewalt auf allen Ebenen ab.

Genau! Und sollte doch mal ein NPD-Kandidat gewalttäig geworden sein, war es gar keine Gewalt, sondern nur ein weiteres Lügen-Flakfeuer gegen die übermächtig wirkende NPD. Fast folgerichtig enttarnte die NPD denn auch die Hetzjagd von Guben, bei der ein Mensch auf der Flucht vor dem Rassisten-Mob verblutet war, als „Klamotte“.

NPD-Kandidaten empfehlen sich weiter

Die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen vier Kandidaten der rechtsextremen NPD für die Kreistagswahl im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis nun erhebt, dürften nach dieser Lesart also maximal ein Fliegenschiß sein. In zwei Fällen gehe es um Körperverletzung, in zwei anderen um gemeinschaftliche Sachbeschädigung durch das Sprühen rechter Parolen, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Horst Nothbaum, am 12. September 2008 laut einem Bericht des Linie-1-Magazins.

Einer der Tatverdächtigen sei Alexander Bode – der mit der Guben-Klamotte, heißt es dort weiter. Der wegen versuchter Körperverletzung mit Todesfolge verurteilte NPD-Kandidat will in die Stadtverordnetenversammlung von Guben und den Kreistag Spree-Neiße einziehen. Ihm wird den Angaben zufolge in dem neuen Ermittlungsverfahren Körperverletzung vorgeworfen. Er soll einen Bekannten geschlagen haben. Einen politischen Hintergrund für die Tat sehen die Ermittler bislang nicht.

Mal sehen, wie die NPD diese Vorwürfe kommentiert. Die nächsten Lacher dürften garantiert sein. Obwohl das eigentlich gar nicht so lustig ist, wenn rassistische Gewalttäter kandidieren – und dann womöglich auch noch – teilweise aus Überzeugung, teilweise durch „volksgemeinschaftliche Abwehrreaktionen“ – einige Prozent bekommen.

Siehe auch: „Volksgemeinschaftliche Abwehrreaktionen“ – Rechtsextremismus in Brandenburg, Guben: Prozess wegen Hetzjagd aus dem Jahr 2006Brandenburg: Richterin bezweifelt Anspruch der NPD auf ImmobilieBrandenburg: NPD bezeichnet tödliche Hetzjagd als “Klamotte”Brandenburg: Verurteilte Straftäter als NPD-Kandidaten