Grüne: Aussteigerinitiative EXIT auch künftig unverzichtbar!

Zum drohenden Aus für die Neonazi-Aussteigerinitiative EXIT Deutschland durch das Ende der Bundesförderung Anfang Oktober 2008 erklärt Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus:

Der Bund muss EXIT Deutschland auch künftig fördern! Die derzeit rund 40 aktiv betreuten AussteigerInnen und deren Familien dürfen ihre Vertrauenspersonen nicht verlieren. Es ist skandalös, wie sich das Bundesarbeitsministerium mit einem ablehnenden Förderbescheid nun einfach aus der Verantwortung für so viele menschliche Schicksale stehlen will. EXIT Deutschland ist ein erfolgreiches, bürgerschaftliches Projekt, das mittlerweile knapp 300 ehemalige Nazis beim Ausstieg begleiten konnte. Diese mutige Arbeit muss von der Bundesregierung honoriert und nicht sabotiert werden!

Das europäische Sonderprogramm XENOS besitzt genügend Mittel, um EXIT wie bisher mit 90.000 Euro jährlich zu unterstützen. Das ist keine Frage des Geldes, sondern des politischen Willens. Wenn die große Koalition den Rechtsextremismus in unserem Land wirklich ernsthaft ablehnt, darf sie Ausstiegswillige jetzt nicht im Stich lassen. […] Oft sind jahrelange psychosoziale Begleitung und Schutz vor Racheakten aus der rechtsextremen Szene vonnöten. Wir fordern die große Koalition auf, eine Verlängerung der Förderung aus dem Bundesprogramm XENOS sicherzustellen! Der Staat muss beweisen, dass unsere demokratischen Institutionen den Hilfe suchenden Menschen mehr Gemeinschaft und Schutz bieten als jede Nazi-Kameradschaft.

Siehe auch: Aussteigerprogramm “Exit” vor dem AusBeobachtungsstelle nach EU-Vorbild gefordert, Reader: Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus, Programme gegen Rechts: Bürokratie vor Inhalt?, Programme gegen Rechts: Von der Leyen unter Druck, Brandenburg: Exit Deutschland bloggt, Regierung fördert 90 Lokale Aktionspläne gegen Rechtsextremismus, Scharfe Kritik an Konzept für Programme gegen Rechtsextremismus, Kampf gegen rechts: Viele Worte, wenig Taten