Studie: NPD-Fraktion gelingt „interne Balance“

Die klare Abgrenzungsstrategie der Parteien im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns gegenüber der Fraktion der NPD hat parlamentarische Erfolge der NPD verhindert. Trotzdem ist die Arbeit der NPD-Abgeordneten professioneller als die von Rechtsextremisten in anderen Landtagen der Bundesrepublik. Das ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt in der Publikationsreihe „DemokratiePolitik“ der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald erschienen ist.

Laura Niemann, die Autorin der Studie, listet in ihrer Untersuchung detailliert alle parlamentarischen Aktivitäten der NPD in ihrem ersten Jahr als Landtagsfraktion auf und liefert Hintergrundinformationen zum Personal der Rechtsextremisten. Unter anderem konnte gezeigt werden, dass es der NPD gelungen ist, die interne Balance zwischen Kadern aus der älteren westdeutschen rechtsextremistischen Szene wie dem Fraktionsvorsitzenden Pastörs oder dem Abgeordneten Andrejewski auf der einen und den jüngeren Anhängern der militanteren Kameradschaften wie Timo Müller aus Ückermünde auf der anderen Seite zu halten. Der Partei ist es auch gelungen, die dünne Decke an qualifiziertem Personal mit Mitarbeitern aus anderen Bundesländern zu verstärken.

Erste Ermüdungserscheinungen

„Trotz einer gewissen Professionalisierung der politischen Arbeit der NPD zeigen sich mittlerweile erste Ermüdungserscheinungen. Auch die von der Partei in mehreren Orten des Landes eingerichteten ‚Bürgerbüros‘ haben nicht die von den Rechten erträumte politische Verankerung im Land gebracht.“ Das erklärt Professor Dr. Hubertus Buchstein, Herausgeber der Studie und Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft.

Bei den Landtagswahlen im Sommer 2006 in Mecklenburg-Vorpommern gelang der rechtsextremistischen NPD mit einem Stimmenanteil von 7,3 Prozent der Einzug ins Schweriner Schloss. In der Studie der „Arbeitsstelle Rechtsextremismus“ an der Universität Greifswald ist die politische Arbeit der Rechtsextremisten während ihres ersten Jahres im Landtag näher untersucht worden.

Information zur Publikation
Laura Niemann: Die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern – Ihre Parlamentsarbeit im ersten Jahr. Reihe DemokratiePolitik Heft 4, 2008. ISBN: 3-86006-309-X. Die Untersuchung kann in der Druckfassung von 100 Seiten gegen Einsendung eines Kostenbeitrages von drei Euro am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft bestellt werden. Weitere Informationen hier.

3 thoughts on “Studie: NPD-Fraktion gelingt „interne Balance“

  1. Die Veröffentlichung ist leider nicht unter dem Link zu finden. Dort gibt es nur die Studie zur Kommunal-Politik aus dem letzten Jahr.

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