Orientiert Pastörs sich am an slawischen Bewohnern in MVP aus dem 11. Jahrhundert?

Deutliche Worte des NPD-Fraktionsvorsitzenden im Schweriner Landtag. In einer Rede, die auf dem Videoportal „youtube“ zu sehen ist, bekennt sich Udo Pastörs als „Rassist – im positiven Sinne.“ Außerdem sinniert er über den Sinn des Lebens und kommt zu einer erstaunlich einfachen Antwort.

„Was ist der Sinn des Lebens?“, fragt Pastörs gleich zu Beginn seiner Rede und verheißt damit den Beginn einer langen und tief schürfenden Reflexion dieser existentiellen Frage. Doch mit einem einfachen Weltbild ist auch die Frage nach dem Sinn einfach zu beantworten. Und so lässt Pastörs die vergreisten Anwesenden im Saal wissen: „Der Sinn des Lebens ist ganz einfach, dass wir in tausend Jahren jemandem noch ins Gesicht schauen können, der so ähnlich aussieht wie wir.“

Will Pastörs also den Einheitsmenschen?, fragt Endstation Rechts. Nein, er wolle „nur“ ein „artgemäßes“ Aussehen: „Und wenn wir das akzeptieren, dass wir es wert sind auch in tausend Jahren noch so zu sein, wie wir waren, unserer Art gemäß ausschauen, und daraus eine Zugehörigkeit zueinander empfinden – rein emotional – dann ist das unseren Vorfahren alles Wert gewesen, um das sicherzustellen, sogar der Tod an der Front.“ Der Kampf muss aber weitergehen, so Pastörs, „und dafür muss die Jugend sich rüsten […] gegen den Ansturm der Samenkanonen aus der ganzen Welt mitten in Europa.“ Dabei schließt Pastörs Gewalt als Mittel der Politik durchaus nicht aus: „Und wir haben die Verpflichtung, dem zu wehren und daraus auch die Legitimation, alle Mittel einzusetzen, die es verhindern, dass wir in zwanzig oder dreißig Jahren Absurdistan hier in unserem Land haben.“

Sexuelle Minderwertigkeitskomplexe 

Bemerkenswert das Bild der „Samenkanonen“ – besonders gegenüber Schwarzen haben weiße Männer ja offenbar ein extremes Minderwertigkeitsgefühl. Schwarzen Männern werden durch rassistische Stereotype immer wieder starke sexuelle Leistungsfähigkeit nachgesagt. (Lothar Matthäus laut diversen Medienberichten zum Frauen-Basketballnationalteam: „Ey, Mädels, unser Schwarzer hat den Längsten!“)  Schwarze Frauen gelten vielen Rassisten als „besonders wild“ im Bett. Aber nicht nur Schwarze, auch Juden werden als triebhaft dargestellt und stehen für Ausschweifung, gar für Perversion, die sich vorzugsweise in Verführung und Schändung von unschuldigen deutschen Frauen und Kindern ausagiert (siehe Hagalil: Zur Entstehung des Antisemitismus)

„Rassist – im positiven Sinne“

Zurück zu Pastörs und seinem Weltbild: Für denjenigen, dem es im Laufe der Rede noch nicht aufgefallen ist, formuliert Pastörs dann auch noch einmal explizit, wo er sich selbst verortet: „Und hier an diesem Punkt werde ich Rassist – im postitiven Sinne. Den Bantu-Negern das Bantu-Land, den Türken die Türkei, und uns Deutschen – und nicht mehr, aber auch nicht weniger – Deutschland.“

Anbei noch ein Kommentar bei YouTube: „Ob sich dieser Vollpfosten Pastörs mal überlegt hat, dass „die Menschen in tausend Jahren“ mit Sicherheit kein Interesse daran haben, sich in so einem hohlen „Gegenüber“ wiederzuerkennen? Oder identifiziert sich hier jemand mit irgendeinem Menschen aus dem Jahr 1008?“

Zentrum gegen Vertreibung in MVP?

Naja, vielleicht orientiert sich Udo Pastörs am Menschen des Jahres 1008 – wobei es eine Nachfrage wert wäre, was denn die Leute zu Beginn des 11. Jahrhunderts besonders ausgezeichnet hat. In Mecklenburg-Vorpommern sah es zu dieser Zeit laut Seiten eines Tourismusverbandes ungefähr so aus: „Im 7. Jahrhundert wanderten slawische Stämme in das Gebiet ein. Als sichtbare Zeugnisse dieser Zeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern noch 200 Burgwälle, die lohnenswerte touristische Ziele sind. Dazu gehört auch die für unser Land namengebende „Michelenburg“ bei Dorf Mecklenburg südlich Wismar. In diese Zeit erstmalig genannt ist die älteste nachweisbare Handelsstrasse in Mecklenburg-Vorpommern, die VIA REGIA. Im Ergebnis langjähriger archäologischer Ausgrabungen eines slawischen Burg- und Tempelortes durch Prof. Dr. Ewald Schuldt wurde das Freilichtmuseum Groß Raden am Sternberger See errichtet.

Im 13. Jh. kam es zu umfassenden Veränderungen. Die Einwanderung deutscher Bauern aus dem westelbischen Gebiet in die bis dahin slawisch besiedelten Regionen führte zur grundlegenden umgestaltung der politischen, Wirtschafts- und Besiedlungsstruktur. Die meisten der heutigen Dörfer und Städte Mecklenburg-Vorpommerns entstanden im Zuge dieser deutschen Ostexpansion.“ Aha, wie wäre es denn mit einem Zentrum gegen Vertreibung in Schwerin? Außerdem sollte – ganz nach Vorbild der „preußischen Treuhand“, die ihr Unheil in Polen stiftet – vielleicht eine „Slawische Treuhand“ gegründet werden, die alte Besitztümer – vielleicht auch in Lübtheen? – zurückfordert.

Siehe auch Wikipedia zur Geschichte Mecklenburgs und Pommerns.

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