NPD freut sich über Ex-JF-Redakteur im Ministeramt

Die NPD-Fraktion in Sachsen hat die Berufung des CDU-Politikers Peter Krause zum thüringischen Kultusminister begrüßt. Der rechtsextreme Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel bezeichnete Krause in einer Mitteilung als „Ideengeber der NPD-Fraktion“, der ins Ministeramt aufgestiegen sei. Gansel verweist auf eine Kleine Anfrage des designierten Kultusministers, der einen NPD-Antrag zum „Schutz der deutschen Sprache im Rahmen der Exzellenzinitiative“ inspiriert habe. 

Gansel, auch „hochschulpolitischer Sprecher der NPD-Fraktion“, sagte demnach zu der Debatte um Krause: „Es freut mich, daß mit Peter Krause ein Ideengeber der sächsischen NPD-Fraktion nun in das Ministeramt aufsteigen wird. Ich hoffe, daß er nun die sich ihm öffnenden Entscheidungsspielräume auch nutzen und sich dem Trend zur Zurückdrängung der deutschen Sprache in der deutschen Gesellschaft im allgemeinen und im Bereich der wissenschaftlichen Forschung im besonderen mit seiner Regierungspolitik widersetzen wird.“

Peter Krause

 

Gansel spekulierte, Ministerpräsident Dieter Althaus habe ein Jahr vor den Landtagswahlen „einen ordentlichen Nationalkonservativen wie Krause zum Minister bestellt“, um einen Wahlerfolg der „nationalen Partei“ zu verhindern.

Siehe auch: JF-Interview mit Udo Voigt vom 24. September 2004.

NPD-BLOG.INFO über Thüringen.

Anderes, aber schönes Thema: Um auf den Unsinn mit dem Zurückdrängen der deutschen Sprache einzugehen – obwohl Fisimatenten und Tohuwabohu am häufigsten vorgeschlagen wurden, ist der aus dem Ungarischen stammende Tollpatsch zum „besten eingewanderten Wort“ in Deutschland gekürt worden, berichtet tagesschau.de. Das ist das Ergebnis eines Wettbewerbs des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat. Gemeinsam hatten sie den Wettbewerb ausgerufen, um die „schönsten Wörter mit Migrationshintergrund“ hervorzuheben. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die deutsch-tamilische Verbindung Currywurst und der aus dem Griechischen entlehnte Engel. Gekürt wurden die Sieger im Rahmen des internationalen Goethe-Symposiums zu dem Thema „Nationalkultur“ im Berliner Bode-Museum.

Früher gab es viel Tamtam ums Französische

Der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp, niemand kenne die genaue Zahl der eingewanderten Worte. „In den unterschiedlichen Epochen sind unterschiedlich viele Wörter aus ganz verschiedenen Sprachen in das Deutsche eingewandert. Im Hochmittelalter, in der Zeit der Ritter und Prinzessinnen, waren es zum Beispiel viele Begriffe aus dem Französischen.“ Aber es gebe auch Übernahmen von anderen Kontinenten, so stamme das Wort „Tamtam“ zum Beispiel aus dem Indischen. „Wörter die mit Al beginnen, wie Algebra oder Alchemie, weisen auf den arabischen Ursprung hin.“

Wermke sagte weiter, es bestehe schon der Eindruck, dass heutzutage sehr viele Wörter aus dem Englischen und dem Amerikanischen ins Deutsche übernommen würden. In einer Welt, in der die globale Kommunikation eine Selbstverständlichkeit geworden sei, sei es „nicht verwunderlich, wenn sich der sprachliche Austausch auch intensiviert und mehr fremdes Wortgut ins Deutsche übernommen wird als früher“.

Klagen über den Verfall so alt wie die Sprache selbst

Bei dem Wettbewerb gehe es darum, dafür „zu sensibilisieren, dass Übernahmen aus fremden Sprachen die deutsche Sprache nicht schwächen“, so Wermke. „Manche glauben, dass in 50 Jahren bei uns vielleicht nur noch Englisch gesprochen werde. Eingewanderte Wörter waren aber schon immer Bestandteil unseres Wortschatzes. Sie helfen uns unter anderem, im Ausdruck stilistisch zu variieren. So ist es schon ein Unterschied, ob ich das Wort Gesicht verwende oder den französischen Import Visage.“

Das Klagen über den Verfall des Deutschen sei so alt wie die deutsche Sprache selbst, meint der Redaktionsleiter des Duden. Im 17. und 18. Jahrhundert habe man lautstark das sogenannte A-la-mode-Wesen, also die Neigung, Wörter aus dem Französischen zu importieren, bekämpft. Viele der eingewanderten Wörter würden aber gar nicht mehr als fremde Übernahmen erkannt – wie Keks, Film oder Kiosk.

Der Enkel singt Karaoke, Oma löst Sudoku

Wermke sagte, er glaube nicht, dass sich die deutsche Sprache in 50 Jahren von der heute gesprochenen Sprache dramatisch unterscheiden werde. „Texte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts können schließlich auch noch völlig problemlos verstanden werden. Und zwischen Großeltern und Enkeln gibt es keine nennenswerten Verständigungsschwierigkeiten.“ Es sei zudem nicht auszuschließen, dass mit der wachsenden Bedeutung des mittel- und ostasiatischen Raumes und der intensiven Kontakte zu den dortigen Ländern künftig verstärkt Übernahmen aus diesen Sprachen ins Deutsche stattfänden. „Erste Vorboten wie Sudoku, Karaoke, Sushi und Wok sind schon da.“