Wie die Süddeutsche Zeitung am 17. Mai 2012 berichtete, ist es in einem Oberallgäuer Festzelt beim unkontrollierten Abbrennen von Pyrotechnik zu einer Panik gekommen, bei der drei Menschen verletzt wurden. Noch schlimmer waren die skandalösen Vorfälle in Nordrhein-Westfalen, wo bei einem Maifest sogar 25 Menschen zu Schaden kamen. Publikative.org fragt: Wie sicher sind unsere Festzelte?
Wenn der voreilige Jubelsturm der Fortuna-Fans, wie beim ZDF in einem Atemzug mit Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine genannt wird, verschiebt das einmal mehr die Grenzen dessen, was als „unfassbar“ und „skandalös“ gilt. Wenn sich moralische Empörung mit intellektueller Betroffenheit vermengt, bleibt die nüchterne Betrachtung auf der Strecke.
Am Donnerstag soll wie jährlich in Frankfurt mit einer Kranzniederlegung an die homosexuellen Opfer der Nazis erinnert werden. Das Ordnungsamt hat jedoch die Mahnwache am Denkmal für ermordete Homosexuelle am Internationalen Tag gegen Homophobie mit einem Verweis auf die Blockupy-Proteste verboten.
Die Wahlbeteiligung sinkt, unter den Nichtwählern sind drei Gruppen überrepräsentiert: die Jungen, die schlecht gebildeten und die Armen. Politik und Medien bedauern das und gehen zum Tagesgeschäft über. Die Rituale des Politikbetriebes sind dabei so vorsehbar wie die Pokalübergabe bei Sportereignissen.
Ein pakistanischer Imbissbetreiber will Geithain verlassen – nach Drohungen von Neonazis und einem Anschlag auf sein Geschäft mit dem Namen “Bollywood”. Die örtlichen Nazis jubeln. Das „Freie Netz Geithain“ meldete per Twitter: „Märchen mit gutem Ende? Pakistanischer “Bollywood”-Betreiber packt seine Koffer!” Das LKA schließt derweil einen rechtsextremen Hintergrund des Anschlags nicht aus.
Die EU, von Max Goldt einst als „Germany plus“ tituliert, ist zum Club der Sparfüchse mutiert. Debatten über gemeinsame politische Ziele spielen keine Rolle mehr, Europa hat das „pa“ aus seinem Namen gestrichen – und kennt nur noch ein Thema: Sparen. Doch damit könnte jetzt endlich Schluss sein – was Berlin erzürnt.
NSU und Rassismus – war das was? Mit einem Hearing soll Betroffenen und Angehörigen der Opfer rassistischer Gewalt am 2. Juni ein Forum gegeben werden. Die Veranstaltung soll die Debatte über Rassismus, Rechtsextremismus und die Verstrickung der Sicherheitsbehörden in die skandalösen Ereignisse rund um den NSU befördern.
Deutschland im Mai 2012 am Abgrund: Der Fußball steht an einer “Schnittstelle”, Eltern bringen ihre Kinder leichtfertig in Lebensgefahr, Reporter müssen sich von dem Erlebten, von dem Schock erst einmal erholen. Die Apokalypse-Visionen der 1980er verblassen angesichts der aktuellen Bedrohungen. Hurra, wir leben noch. Ach ja, Fortuna Düsseldorf ist in die Bundesliga aufgestiegen.
Am Dienstag legt die Schäfer-Kommission ihren Bericht über die Pannen bei der Fahndung nach Bönhardt, Mundlos und Zschäpe vor. Der MDR zitiert vorab aus dem Papier, das gravierende Pannen auflistet. Zudem berichtet der Sender, die drei Rechtsterroristen hätten sich nach ihrem Abtauchen noch in Jena aufgehalten, möglicherweise seien sie bei einem damaligen NPD-Funktionär untergekommen.
Die Gerüchte machten schon vor 18.00 Uhr die Runde: Norbert Röttgen wird in Nordrhein-Westfalen als NRW-CDU-Landesvorsitzender zurücktreten. Ministerpräsidentin Kraft feierte hingegen mit ihrer SPD einen Triumph. Die rot-grüne Koalition wird wohl fortgesetzt. Keine Chance bei der Wahl hatten pro NRW und die NPD – trotz des Krawall-Wahlkampfs.
Seit 2009 gilt auf dem Hamburger Kiez ein Glasflaschenverbot. Es ist Teil eines ganzen Maßnahmenpakets für mehr Sicherheit und weniger Kriminalität, das die Einrichtung von Gefahrengebieten, Videoüberwachung und allerlei Kontrollen und Verbote umfasst. Bei der Wirksamkeit ist allerdings Skepsis angebracht.
Seit der Veröffentlichung von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ vor knapp zwei Jahren ist die große Welle der Empörung mittlerweile abgeebbt. Sein Name aber ist noch jedem bekannt: für die einen ist er messianischer Tabubrecher, für die anderen Symbolfigur eines Salon-Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft.